Über Dorothea Wald

Jahrgang 1960, mittlerer Bildungsabschluß, staatl. geprüfte Erzieherin und Heilpädagogin, glücklich verheiratet, zwei erwachsene Kinder, 9 Jahre Heilpädagogischer Fachdienst, Heilpädagogik online und mobil Netzwerk Neustart 2014, Entwicklung und Nahrungsoptimierung unter http://wald-onlinebusiness.de

Unsere Kleinsten lieben das Handy….was nun?

Liebe Leser,
schon seit Wochen bewegt mich ein Thema, eine Frage: „ wie wirkt sich das ständige online sein mit Handy, Tablett etc. auf die Entwicklung unserer kleineren Kinder aus?

Es ist doch wirklich ein Segen, wenn man mit seinen Liebsten tagsüber in Verbindung ist und die Entwicklungsfortschritte oder Anliegen gleich austauschen kann. Man fühlt sich einfach gut dabei, nicht alleine alles entscheiden zu müssen…man fragt kurz die Freundin, Oma  und schickt auch mal ein Foto oder Video!
Zu beobachten ist, dass die Schnullerlutscher ungeduldig werden, wenn die Aufmerksamkeit mit dem Handy geteilt wird. Und sowieso lieben die Schnullerlutscher dieses Teil genauso wie die Eltern. Die Einjährigen und auch schon jüngere, sind hellauf begeistert und drücken am Knöpfchen, wischen mit den Fingerchen und verändern rasend schnell das Display. Ein YouTube Filmchen wirkt wahre Beruhigungswunder.

Ich denke, dass die Kleinen nicht vor dem Fernseher sitzen sollen, ist den meisten Eltern schon klar. Die schnelle Bilderfolge überfordert das kindliche Gehirn und richtet großen Schaden an. Aber wie gehen wir am Besten mit den „ technischen Minnigroßmüttern“ um?

Nun, schauen Sie sich noch einen Film vom Experten an und entscheiden Sie selbst!

Wer noch mehr Informationen braucht, kann durch den Gehirnforscher Manfred Spitzer über Youtube vieles erfahren…

Ich hoffe es gibt Diskussionen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Handy & Co und ihren Kindern!!
Schöne Grüße
Dorothea

wie läuft so der Erziehungsalltag ??? ;-) :-O

Hallo liebe Leser, Mamas und Papas!!!th_022

Wie versprochen finden Sie hier einen aufschlussreichen Fragebogen von einem erfolgreichen Psychologen. Im Anschluss daran biete ich in meinen Rämlichkeiten ein Mama-Papa Training an.
Wie das ganze abläuft, finden Sie auf meiner Angebotsseite.

Sollten Sie dieses Training überhaupt machen?
Das können Sie herausfinden. Beantworten Sie einfach die nachstehenden Aussagen mit JA (J) oder Nein (N).

Über Sie:
__Erwarten Sie das Beste von Ihrem Kind oder machen Sie sich Sorgen?th_006
__Meinen Sie was Sie sagen?
__Ziehen Sie durch was Sie sagen? Praktisch ohne Kompromisse?
__Ziehen Sie ihr Kind für seine Taten zur Verantwortung? Praktisch ohne Kompromisse?

Wenn Sie alle 4 Fragen mit J beantwortet haben und dabei ein positives Selbstwertgefühl haben, brauchen Sie das Training vielleicht nicht zu machen. Aber wenn Sie gerade nichts Besseres zu tun haben, machen Sie den Test doch einfach spaßeshalber mal zu Ende.

__Schreien Sie ihr Kind an, drohen Sie ihm oder reden Sie ihm gut zu, damit es so einfache alltägliche Dinge tut wie aufzustehen und zur Schule zu gehen, sich anzuziehen, zu essen, seine Hausaufgaben zu machen oder eine Aufgabe im Haushalt zu erledigen?

__Wenn Sie NEIN zu Ihrem Kind sagen und es weint, werden Sie dann von Schuldgefühlen überwältigt? Geben Sie dem ursprünglichen Wunsch Ihres Kindes letztlich nach und sagen Ja zu etwas, zudem Sie gerade erst Nein gesagt haben?

__Lassen Sie sich auf lange Diskussionen mit ihrem Kind ein, in denen Sie ihre Gründe dafür verteidigen, dass sie zu einem bestimmten Wunsch nein gesagt haben?

__Machen Sie sich Sorgen darüber, dass Ihr Kind kein gutes Selbstwertgefühl haben könnte?

__Macht es Ihnen etwas aus, wenn Ihr Kind keinen glücklichen Eindruck macht?

__Planen Sie überdimensionale Geburtstagspartys?th_238

__Sind Sie besorgt, weil Ihr Kind mit dem Erfolg und den Leistungen anderer Kinder nicht mithalten kann?

__Haben Sie sich schon einmal gewünscht, dass ein anderes Kind versagt, damit Ihr eigenes besser dasteht?

__ Fällt es Ihnen schwer, Nein zu sagen?

__Ist es schwer für Sie, mit Ihrem Kind über Ihre Gefühle als Elternteil zu sprechen?

__Sind Sie meistens frustriert?

Über die Schule
__Sind Sie im Leben Ihres Kindes übermäßig engagiert? Befürchten Sie, dass etwas Schreckliches passiert, wenn Sie nicht jeden Schulausflug als Aufsichtsperson begleiten?th_026

__Stellen Sie die Schulaufgaben und Projekte Ihres Kindes fertig?

__Verlangen Sie vom Lehrer eine ausführliche Erklärung, wenn Ihr Kind keine gute Note bekommt?

__Finden Sie Ausreden für Ihr Kind, wenn es seine Aufgaben nicht rechtzeitig erledigt?

__Raubt eine einfache Aufgabe im Haushalt der kompletten Familie einen ganzen Abend lang Ihre gesamte Energie? Besteht das Endergebnis aus einer Menge Tränen und Frustrationen und einer Aufgabe, die entweder gar nicht oder nicht richtig erledigt wird?

__Prüfen und korrigieren Sie die Hausaufgaben Ihre Kindes?

Über Ihre Kinder
__Muss man sie täglich darum bitten im Haushalt zu helfen?

__Verhalten Sie sich Ihnen gegenüber respektlos und messen sie dem, was Sie zu sagen haben keinen Wert bei?

__Machen sie immer ein Theater, wenn sie Ihnen gehorchen sollen?

__Mangelt es ihnen an nichts?

__Nehmen sie an ein oder zwei Aktivitäten außerhalb des Stundenplans teil?

__Muss man sie mehr als einmal daran erinnern, etwas zu tun?

__Wenn sie Ihnen die Tür vor der Nase zu knallen, fällt das bei Ihnen unter die Kategorie
„so sind Kinder eben“?TIME_TO_SLEEP_003

__Ist die Schlafenszeit eine Kampfzone?

Auswertung: Wenn irgendeine dieser Fragen bei Ihnen ein Echo gefunden hat und Sie mindesten eine mit J beantwortet haben, sind Sie hier richtig!

Unser Alltag ist gut geplant, feste Zeiten bestimmen unseren Tagesablauf. Da ist es eben wichtig als Team zu funktionieren. In welchen Zwängen wir stecken habe ich im letzten Beitrag schon geschildert. Was das aus der Familie macht ist unser Alltag und den wünschen wir uns doch alle harmonisch und so stressfrei wie möglich, oder?…wenn da nicht immer wieder…. diese Herausforderungen, Bremsklötze, Machtkämpfe….. mit den lieben Kleinen wären !? 😉

Ein Training wie wir das besser hinbekommen, das fehlt uns noch!
Liebe Grüße,
Dorothea Wald

Freiheit für unsere Kinder

Hallo liebe Leser,
ich denke es ist noch legitim Ihnen allen ein gesundes, innovatives und deshalb ein gesegnetes  Neues Jahr zu wünschen!!! Silvester
Wünsche, Träume und Ziele gehören einfach zum Anfang eines Jahres. Man fühlt sich irgendwie voller Elan, nun alles besser zu machen. Wenn wir nur 1% täglich verändern, wird das langfristig zum Erfolg führen. Packen wir´s an!

Astrid Lindgren, die geistige Mutter von Pippi Langstrumpf und Michel aus Löneberga, imagesErich Kästner, der Autor von u.a. Emil und die Detektive und Pamela Travers, die Mary Popkins geschrieben hat, waren sich einig. Aus ihrer Sicht entstünden gute Kinderbücher nicht, weil man Kinder habe und kenne, sondern weil man aus vergangener Zeit ein ganz besonderes Kind kenne: sich selber
Ich bin Jahrgang 1960 und hatte das Glück sehr viel frei spielen zu dürfen. Es gab bei uns wenig gekauftes Spielzeug. Wir hatten uns, viele Kinder aus der Straße trafen sich zum Völkerball, Verstecken, Gummitwist, „Zum Zehnerle“( Ball wurde in 10 unterschiedlichen Möglichkeiten an die Hauswand geworfen (1-10 mal) Fange, Brennball, Federball….u.v.m je nach Jahreszeit. Das war unser Bildungsprogramm unsere Integration inklusive Selbstwerttraining und Teamfähigkeit. Ich denke, ich war zwischen vier und fünf Jahre alt als ich relativ selbstständig meine „Bildungskarriere“ diesbezüglich begann.20151011_144922[1]
.
Das wäre heutzutage ein Unding, denn meine Eltern meldeten mich auch nicht mal  im Kindergarten an. Mir war jedoch nie langweilig, sondern jeder Tag brachte spannende Erlebnisse zu Hause beim Kochen, backen, Putzen, malen, im Garten klettern, schaukeln… oder ontour 😉 mit Freundinnen.

Sie ahnen auf was ich hinaus will ?

Ich habe unsere Politik und Wirtschaft, die unter einer Decke sitzen im Generalverdacht, diese Idylle seit nun mehr 10-15 Jahren kontinuierlich zu boykotieren. Ich habe nichts gegen pädagogische Institutionen, Erzieher und Pädagogen. Komischerweise, habe ich selbst diesen Beruf ergriffen. Ich bin in meiner Ausbildung zum ersten Mal in einem Stuhlkreis saß gesessen!
Nein, es geht mir darum, Eltern ihre Kompetenzen zuzusprechen und dass die in den meisten Fällen naturgegebene enge Beziehung zu ihren Kindern, einfach nicht ersetzbar ist. Ich möchte Väter ermuntern, so früh wie möglich in Aktion zu treten und die 20150802_151407pflegerischen, spielerischen Aktivitäten mitzugestalten. Ihr Kind ist ganz wild darauf, Sie in ihrer Nähe zu spüren, zu berühren mit allen Sinnen.

Man will Eltern doch tatsächlich weismachen, dass staatliche Fremdbetreuung für die allerkleinsten Sprösslinge besser, bildungsintensiver und förderlicher sei als die von Mutter und Vater!

Angefangen und angezettelt hat das Herr Pisa. Mit der OEDC  als Drahtzieher, böse indexausgedrückt, begann das Vergleichen unserer Kinder weltweit. Obwohl jeder weiss wie ungleich die Bedingungen für die Teilnahme und Untersuchungen waren, sind sie doch Grundlage für Bildungsprogramme auf Kosten unserer Kinder, die sich plötzlich mit G8 herumplagten und ihre Eltern zusehen mussten.

Dann reden Politiker von familienfreundlich!
Ich behaupte, dass es eben nicht in erster Linie Wunsch der Eltern ist, die Kinder möglichst früh in fremde Hände zugeben. Vielmehr gründet die Entwicklung, Kinder früh und lange von ihren Eltern zu trennen vor allem auf gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwängen.

Familienpolitik dient vor allem dazu, den Sozialhaushalt zu entlasten, ausreichend Nachschub für den Arbeitsmarkt zu produzieren und mehr Steuereinnahmen zu generieren. Wo bleiben da die Interessen und Wünsche der Familien, der Mütter, der Väter und vor allem der Kinder?

Bert Rürup, damaliger Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, betonte im Memorandum Familie leben> Impulse für eine familienbewusste Zeitpolitik2009, „die Notwendigkeit einer Mobilisierung der so genannten stillen Reserven, Frauen mit kleinen Kindern.“

Zahlreiche Psychologen äußern sich nachteilig zur zu frühern Fremdbetreuung. Viele 20150711_171755Studien belegen, das die frühe Bindung zu den Eltern enorm wichtig ist.

Es ist geradezu teuflisch, wie die Fäden um die Freiheit des Kindes, der Familie, der Alleinerziehenden immer enger gezogen werden, ohne großen Aufstand der Eltern. Über die Kinderkrippe bis zur Ganztangsschule. Das Resultat ist nicht selten Überforderung, Auffälligkeiten in Konzentration incl. Kopfschmerzen und Leistungsabfall u.v.m.
Der Anstieg von Heilpädagogischen Behandlungen in meinem Bereich ist auffallend.
Angefangen und angezettelt hat das wohl Herr Pisa. Mit der OEDC als Drahtzieher, begann das Vergleichen unserer Kinder weltweit. Obwohl jeder weiss, wie ungleich die Bedingungen für die Teilnahme und Untersuchungen waren, sind sie doch Grundlage für Bildungsprogramme auf Kosten unserer Kinder, die sich plötzlich mit G8 herumplagten und ihre Eltern machtlos zusehen mussten.

Wenn wir nun mit diesem kleinen Beitrag eine Brücke in die Welt eines jeden Lesers,zu Ihnen schlagen, können Sie Ähnlichkeiten, Entwicklungen in ihrer Familie wieder erkennen?

Das Thema ist längst nicht hinreichend behandelt. Ich gebe Ihnen nur noch ein paar Statements weiter:

Alleinerziehende sind seit der Einführung der Hartz-Gesetze spätestens nach dem dritten Geburtstag verpflichtet zu arbeiten, je früher desto besser!

Abschiedstrauer und Trennungsschmerz wird von Kindern als Dauerstress empfunden, vergleichbar mit dem eines Managers. Eigentlich schädlich für alle Beteiligten.

Ein Kind kann unter Dauerstress nichts lernen. Es ist damit beschäftigt Kontrolle über seine Emotionen zu bekommen. Bildung nicht möglich!!

Kinder verschwinden aus der Öffentlichkeit, hinter Zäune, Mauern der Krippen, Horten und Ganztagsschulen.Zäune

Eltern verlieren den Kontakt zu ihren Kindern, weil sie spätestens ab dem 2. bis zum 18. Lebensjahr in verschiedenen Einrichtungen outgesourcst sind.
Es ist Sinn und Zweck dieses Beitrages, Sie als Erzieher, Alleinerziehende, Eltern, Großeltern, Verwandte und Bekannte samt Freunde daran zu erinnern, dass Sie unersetzlich für die Kinder sind, denen Sie nahe stehen. Lassen Sie sich nicht einreden, andere Fachkräfte können das besser. Ich möchte auch kein Urteil sprechen über Eltern und Alleinerziehende, die sich für die Unterbringung ihres Goldschatzes in der Krippe IMG-20150622-WA0025entschieden haben. Ebenso sind Erzieher nur Arbeitnehmer und verdienen ihr Geld damit.

Wichtig ist, dass Sie für ihre Familie, ihre Situation als Alleinerziehende, eine individuelle Lösung finden, mit der vor allem ihr Kind klar kommt. Vier Stunden sind gerade so verkraftbar für die Kleinen. Und seien Sie wachsam was Politik und Wirtschaft Ihnen auferlegt und als erstrebenswert verkauft.

Ich freue mich über Kommentare.

Liebe Grüße
Dorothea Wald
PS: Falls Sie sich noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen das Buch von,
Rainer Stadler, VATER MUTTER STAAT, Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung- wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören

Kinder haben ein Recht auf Freiheit!

Hallo liebe Leser,
Grenzen, Grenzen setzen!

Also wirklich, seit einem Jahr geht es um Grenzen! Wie sieht es heute mit der Freiheit der Kinder, Mütter und Väter aus?

Ich bin da Ihrer Meinung, keine Freiheit ohne Grenzen aber genau so gilt:  keine Grenzen ohne Freiheit!!20151011_144922[1]
Wie frei können Eltern und Alleinerziehende oder allegemein Erziehungsberechtigte darüber entscheiden, ob ihr Kind in die Ganztagsbetreuung kommt oder nicht?

Eines ist klar, so manches schleicht sich über unsere Politiker und Wirtschaftsexperten in unsere Familien. Unmerklich und Stück um Stück !

Es herrscht seit Jahren einhellig die Meinung, dass unseren Kindern nichts besseres passieren könnte, als den ganzen Tag in der Krippe, dann im Kindergarten und später in der Schule zu sein !????????

In den kommenden Beiträgen wollen wir das näher betrachten und viele zu Wort kommen lassen!
Ich freu mich auf Ihr Interesse!

bis bald

Fröhliche Adventstage

 

 

 

Passivität, wie helfe ich meinem Kind ? Fortsetzung

Hallo liebe Leser, es geht weiter….
was sind die möglichen Gründe für Passivität?

  • Angst:
    Vielleicht ist ihr Kind gehemmt, weil es tiefliegende Ängste hat, die es lähmen und th_052davon abhalten, aktiv zu werden. Angst kann dazu führen, dass ein Kind dem ganzen Leben gegenüber eine abwartende Verteidigungshaltung einnimmt. Probleme hat es dann zum Beispiel mit
  • Nähe
    Manche Kinder wollen sich nicht verletzlich machen und fühlen sich unwohl mit andern Menschen und vermeiden jede Situation, in der sie sich dem ausgeliefert fühlen.
    Ganz wichtig, kommen sie nicht auf die Idee zu denken, „das ist eben seine Art“!
    Natürlich gibt es schüchterne Kinder, jedoch müssen gerade Solche lernen, Freundschaften zu schließen und Beziehungen zu führen.cropped-zollernalbkinder_titelmotiv1.jpg
  • Konflikte:
    Manche Kinder sind aktiv, solange alles rund läuft. Gibt es Ärger dann werden sie förmlich starr und passiv. Vielleicht haben sie Angst vor körperlicher Bedrohung, oder dem Zorn eines anderen. Versprechen Sie nicht, dass ihm nie irgendetwas geschehen wird aber geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie immer für es da sind und aufpassen werden, dass es nicht verletzt wird.
    Normalisieren Sie in so einem Fall Konflikte und Auseinandersetzungen. Ein Freund von John Townsend ging mit seiner Tochter drei Monate ins Karate um ihr zu zeigen, dass man Kämpfe auch im übertragenen Sinn, überleben kann.
  • Versagen:
    Viele Kinder möchten keine Fehler machen und haben deshalb ein Perfektionismusproblem. Ergreift man nicht die Initiative, verringert es auch die Gefahr etwas falsch zu machen. Leider verringern sie auch hier die Möglichkeit aus ihren Fehlern zu lernen.. auch hier müssen Sie normalisieren und ihre Kinder lehren, dass es nicht um ihre Liebe fürchten muss. Gestehen Sie hin und wieder ihre Fehler selber ein und lachen Sie auch mal über sich selbst, wenn Sie etwas Dummes gemacht haben.IMG-20150321-WA0021
  • Die Unfähigkeit Ziele zu strukturieren:
    Wünsche und Ziele können ihrem Kind helfen, ihre Passivität zu überwinden.“ Ein erfüllter Wunsch gibt dem Herzen neues Leben.(Sprichwörter 13,12) Ein Problem zu durchdenken ist für die meisten Kinder eine große Herausforderung und deshalb geraten sie in eine passive Haltung. Es ist somit keine Faulheit sondern Überforderung. Stehen zu, Beispiel Arbeiten im Haushalt oder Garten an, zeigen sie ihnen die Arbeitsschritte und vertrauen Sie in seine Fähigkeiten. Es lernt so einen Schritt nach dem anderen zu tun und der Erfolg etwas geschafft zu haben beflügelt.
  • Unrealistische Erwartungen:
    Kleine Kinder erwarten, dass Sie ihre Bedürfnisse erkennen und dementsprechend reagieren. Doch wenn Kinder heranwachsen, müssen sie lernen, ihre Wünsche deutlich auszudrücken. Lassen Sie ihr Kind wissen, dass Sie sich für ihre Wünsche und Bedürfnisse interessieren, doch geben sie ihm zu verstehen, dass Sie keine Gedanken lesen können. „ Wenn du nicht deinen Mund benutzt, um mir zu sagen was du willst, kannst du auch nicht mit einer Reaktion von mir rechnen. Das wäre doch traurig. Aber wenn du dich bemühst und mir sagst, was du möchtest, dann tue ich, was ich kann, um dir zu helfen!“
  • Vermischte Agressionen:
    Manche Kinder sind nicht stängig passiv, sondern wechseln zwischen aggressivem Verhalten in einem Bereich und totaler Ignoranz in einem anderem. Zum Beispiel kann ein Junge recht gut mitmachen und zu Hause Verantwortung übernehmen, gute Noten schreiben, doch beziehungsmäßig total passiv sein und sich von anderen isolieren. Oder ein Einser Schüler kann es fertig bringen zu Hause keinen Finger zu rühren.  Die Aussage:“ so bin ich nun mal“ sollte uns nicht zufrieden stellen! Fordern Sie ihr Kind auf, sich in seinen Problemfeldern zu bemühen. Lassen Sie ihr Kind sich seine Belohnung verdienen, wenn es in den Bereichen aktiv wird, die ihm eher nicht liegen. Das Leben lehrt uns nun mal, dass wir zuerst Gemüse essen müssen, bevor wir den Dessert bekommen!IMG-20140703-WA0048
  • Faulheit:
    Kinder sind manchmal passiv, weil sie eine allzu lässige Lebenseinstellung haben. Sie wissen, dass sich schon jemand um alle eventuell auftretenden Probleme kümmern wird. Ihnen fehlt schlichtweg jeglicher Respekt vor möglichen Konsequenzen. „Generell gesagt, so John Townsend, steht hinter jedem faulen Kind eine Mutter oder Vater, der ihm diese Faulheit möglich macht!“
    Besoders auf faule Kinder trifft der Satz zu: Es passiert nichts, bis es mehr weh tut, wenn man so bleibt wie man ist, als wenn man sich verändert! Setzen Sie ihrem Kind heute Grenzen und ersparen Sie ihm dieses Schicksal!
  • Anspruchsdenken:
    Ein Hauptgrund für Passivität bei Kindern ist eine ansprüchliche Grundhaltung, die eine Sonderbehandlung  als selbstverständlich voraussetzt.Solche Kinder  meinen,schon durch ihre bloße Existenz, hättensie alles im Leben verdient. Ein guter Lösungsansatz steht dazu schon in der Bibel. In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst! (Philipper 2,3)
  • Klinische Gründe:
    Psychische Probleme, Drogen und Alkoholkonsum können ebenfalls zu  einem passiven Verhalten führen. Wenn Sie einen Verdacht haben, scheuen Sie sich nicht einen Therapeuten zu suchen.Fazit: Es gibt immer gute Gründe für ein passives  Verhalten unserer Kinder. Es ist P1070593wichtig und ratsam die Individuallage zu erfassen und wenn nötig, Grenzen zu setzen. Nichts desto trotz sind auch wir selbst aufgefordert „Aktivisten “ zu sein und als Vorbilder die Komfortzone hin und wieder zu verlassen, Dinge zu tun, die uns weniger liegen. Kinder reflektieren oftmals das Verhalten ihrer Eltern! ;-)Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und vielen Dank für die vielen Kommentare vom In-und Ausland!Dorothea WaldIMG-20141002-WA0029

Die Regel der Aktivität

http://www.dreamstime.com/royalty-free-stock-photos-laughing-kids-image21942538Hallo liebe Leser,
so weiter geht’s mit LIEBEVOLL GRENZEN SETZEN

Energieschub für meinen Motor
Die Regel der Aktivität

John Townsend beobachtete, während er im Kinderheim arbeitete, dass es unterschiedliche Erzieher-Typen gab, was den Umgang mit Kindern betraf:
TYP“: Ich bin dein bester Freund“, hatte ein gutes Verhältnis zu den Kindern, die Kids waren zwar nett und freundlich aber faul. Dem Gruppenleiter fiel es schwer durchzugreifen. Er übernahm den Haushalt fast vollständig , während die Verursacher des häuslichen Chaos vor dem Fernseher saßen.

Der „Kontrolletti-TYP:  trat auf wie ein Spieß beim Militär. Die Anweisungen wurden durchgeführt, denn Konsequenzen wurden angedroht bevor es Probleme gab. Die Kids beschwerten sich, mancher versuchte abzuhauen. Dennoch taten sie mürrisch ihre Arbeit, es gab ob schlechte Laune aber sie waren aktiv und beschäftigt.

Der „gute Mitte TYP“:
Wenn Respekt über der Freundschaft steht, ist Aktivität die Folge. Wenn Freundschaft über dem Respekt steht, ist Passivität die Folge. Freundschaft brachte gute Gefühle aber auch Faulheit hervor. Die Hauseltern bzw. Gruppenleiter, die Respekt an erste Stelle setzten und auch Freundschaft vermittelten, wurden beinahe verehrt.
Zuerst sind wir meist selbstbezogen und passiv im Hinblick auf unsere Verantwortung. Wenn wir aber einmal begriffen haben, dass wir nicht Gott sind und dass unsere Passivität nur Problemen einbringt, fangen wir in unserem Leben an zu arbeiten.

Aktivität ist ein Geschenk!!!IMGP6254

Wenn Sie Ihr Kind beschenken wollen, dann helfen Sie ihm ein gesundes Aktivitätsniveau zu entwickeln. Aktiv zu sein bedeutet, die Initiative ergreifen, den ersten Schritt zu machen.
Ein Kind muss verstehen, dass die Lösung seiner Probleme und die Antwort auf seine Wünsche immer zuerst mit im selbst beginnt, nicht mit jemand anderem.
Das Leben verlangt nun mal Aktivität von uns.
Ihr Kind muss seine Bedürfnisse aktiv kundtun, gegen Schlechtes protestieren, seien Teil zu Freundschaft und Beziehungen beitragen, seine Aufgaben erledigen und langsam immer mehr Verantwortung für sein Leben übernehmen.
Aktive Kinder haben gute Chancen auf Grenzen positiv zu reagieren. Wie ungezähmte Pferde benutzen sie ihren Willen, um gegen Ihre Grenzen und Konsequenzen „anzubocken“., bis sie langsam lernen auf sie zu achten.

Das Geschenk der Aktivität hat viele Vorteile für ihr Kind.

Aktivität hilft ihm:IMG-20140929-WA0010

  • aus Fehlern zu lernen und anhand von Konsequenzen zu begreifen, wie es sich verhalten soll,
  • zu verstehen, dass seine Probleme und Wünsche zuerst seine eigene Sache sind.
  • ein Gefühl von Einfluss und Kontrolle über sein eigenes Leben zu entwickeln
  • auf sich selbst aufzupassen
  • Situationen und Beziehungen zu meiden, die gefährlich sind20150802_151407
  • gute Beziehungen aufzubauen, in dem es Trost und Hilfe findet,
  • seine Gefühle in einer Art und Wiese zu strukturieren, die ihm hilft mit Gott und andere Menschen enge Beziehungen zu pflegen.

 


Das Problem der PassivitätIMG-20140825-WA0018

Passivität, also Faulheit oder Antriebslosigkeit, ist das Gegenteil von Aktivität und Initiative. Passivität ist bei Kindern auf dem Weg zur Grenzentwicklung. Passive Kinder befinden sich in einer Art Standby-Modus. Und warten immer auf etwas oder jemanden. Wenn Kinder passiv sind, können sie nicht lernen, ihre eigenen Verwalter zu werden. Sie geben die Kontrolle immer an jemanden ab, der an ihrer Stelle handelt.

Ausprobieren, Versagen und Lernen täglich durchzuspielen ist extrem wichtig um wachsen zu können. Passivität ist keine Tugend sondern eine Form des Versagens. Das Böse wächst in der Abwesenheit von Gutem und eine passive Person öffnet dem Bösen unwissend Tür und Tor, indem sie ihm nichts entgegensetzt.20151011_144922[1]
Es gibt da eine Geschichte in der Bibel von anvertrauten Talenten. Vor lauter Passivität und Angst konnte der Knecht seine Talente nicht nutzen und mehren.
So kann eine falsche Entscheidung besser sein als keine Entscheidung! Darum lernen aktive Kinder leichter und schneller als passive.
Man kann ein Boot, das sich in die falsche Richtung bewegt, leicht in die richtige umlenken. Eines, das fest im Hafen vertäut ist, bewegt sich dagegen einfach gar nicht.

Wie erkennen Sie nun Passivität bei Ihrem Kind?
Aufschieben: es braucht enorm viel Zeit für Dinge die es nicht mag. Als positiv empfundenen Aufgaben bewältigt es dagegen blitzschnell!
Ignorieren: Kind blendet ihre Anweisungen einfach aus. Es spielt und träumt weiter vor sich hin.
Mangelnde Initiative: Das Kind meidet neue Erfahrungen. Es bleibt gerne in alten Mustern und Tätigkeiten hängen.
Fantasiewelten: Das Kind tendiert dazu mehr in sich zurückgezogen zu leben, als in der wirklichen Welt. Bei ersten Problemen zieht es sich seine „Welt „zurück.
Passiver Widerstand: Das Kind verweigert die Mitarbeit, in dem es Sie mit leerem Blick anstarrt und dann nichts tut.
Isolation: Ihr Kind meidet den Kontakt mit anderen und bleibt alleine in seinen Zimmer. Statt zu streiten oder gegen Sie anzukämpfen, reagiert es auf ein Problem, indem es einfach weggeht.

Passive Kinder sind nicht schlecht oder böse, sie haben einfach nur einen anderen 20150807_125453[1]Zugang zum Leben, der sie davon abhält, Selbstständigkeit zu erlangen.
Nicht alle Probleme mit Passivität sind gleich und Kinder haben aus den unterschiedlichsten Gründen mit dieser Sache zu kämpfen.

Im nächsten Beitrag behandeln wir mögliche Wurzeln und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf, wie man Kindern helfen kann, ihr Verhalten zu ändern.

Ich wünsche allen Lesern eine schöne Herbstzeit und gute Laune auch wenn der Himmel nicht immer blau ist 😉

Liebe GrüßeVerschiedene 2010 Bilder 013

Dorothea Wald

 

Niederlagen bewältigen

Hallo liebe Leser,

für uns Eltern und Großeltern hat die Arbeit im Geschäft bei den meisten schon wieder begonnen! Unsere Lehrer und Schüler dürfen den Urlaub noch etwas genießen, obwohl auch da so manche Konferenz im Vorfeld stattfindet, von der wir nichts wissen ;-)!

Das Thema „Zeugnisse“ und somit Erfolg oder Misserfolg wird immer wieder diskutiert, doch leider aus unserem Bewertungssystem noch nicht wegzukriegen 🙁

Damit wir den persönlichen Umgang mit unseren Niederlagen und Erfolgen noch besser in den Griff bekommen, hier ein toller Videoclip!….

Viel Spaß und gerne weiterempfehlen !

Einen entspannten Alltag mit Erfolgen und  gewinnbringenden Niederlagen!

Bis bald,

Ihre Dorothea

 

Schöne Sommerferien !!!!!! :-)

Hallo liebe Eltern, Fachkräfte und Interessierte,

gerade die letzten Wochen vor Jahresabschluss, der im Kindergarten/Kita und in der Schule ja im Sommer stattfindet und nicht am Ende  eines Jahres, steigt der Stresspegel vor den Sommerferien kontinuierlich an !!!http://www.dreamstime.com/royalty-free-stock-photos-laughing-kids-image21942538

Wollen wir dran etwas ändern oder haben wir uns daran gewöhnt? Der Kern meiner Frage reicht in viele Themen hinein und deshalb mein Angebot:“ Gibt es Themen, die Sie am Elternabend, in ihrem Team gerne mal angehen möchten damit sich was ändert?
2015/16 werde ich meine Referententätigkeit in pädagogischen Einrichtungen wieder erhöhen, da die Nachfrage doch zugenommen hat. Unter Angebote finden Sie ein paar Themenvorschläge  2015/2016 die Sie überraschen werden!

Wenn Auffälligkeiten im Verhalten/Entwicklung eines Kindes und der Wunsch nach Abklärung geäußert werden, bin ich auch gerne bereit eine Beobachtungsdiagnostik mit anschließendem Beratungsgespräch Vorort durchzuführen. Ein Anruf genügt und wir vereinbaren einen passenden Termin zusammen.

Damit Sie etwas von mir weitergeben können, verschicke ich in den nächsten Wochen meine Flyer.
Heute kurz vor den lang ersehnten Sommerferien, möchte ich Ihnen allen die verdiente Erholung zusprechen und von Herzen gönnen!WATER_PARK_001
Herzliche Grüße mit frischem Elan und Mut zur Veränderung im neuen Kindergarten bzw. Schuljahr

Ihre
Heilpädagogin online und mobil

Dorothea Wald

Fortsetzung: Geben, Begrenzen und Behalten

Hallo liebe Leser, heute gehts weiter mit der Regel des Neides.

Geben, Begrenzen und Behalten

Ein gesunder Realitätssinn entsteht, wenn wir unseren Kindern Bedürfnisse erfüllen und ebenfalls manche Wünsche, andere aber auch enttäuschen. Geben, Begrenzen und Behalten sind unsere Möglichkeiten diesen Prozess zu begeleiten.

  • Geben:IMGP4930
    Die wichtigste Gabe ist die Liebe, Nähe und Fürsorge.
    Wenn ein Baby hungrig oder einsam ist, braucht es diese drei Dinge. Und während es Nahrung, Fürsorge, Wärme und Sicherheit aufnimmt, formen sich in ihm die Fundamente der Dankbarkeit.
    Erleben Säugline und Kleinkinder Mangel im Geben, ist oft Neid bei Erwachsenen, eine unerfüllte Sehnsucht nach Fürsorge auf einer ganz tiefen Ebene.

Wenn sie älter werden, brauchen Kinder neben der Liebe auch Unterstützung und Förderung. Meine Devise: Material geben und riskieren! Die Welt um das Kind wird immer größer und es entwickelt sich das Bedürfnis nach Freiheit, Raum und Selbstständigkeit mit Entscheidungsmöglichkeiten, was unbedingt gestillt werden muss. Nur so können sie zu unabhängigen Mensch heranreifen. Diese neuen Privilegien wachsen kontinuierlich mit.
Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch größeres anvertrauen. ( Bibel)
Kinder möchten in jedem Alter Förderung erfahren. Sie brauchen das Geld und die Gelegenheit, ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen, seien es nun Sportarten, Musikunterricht, Hobbys und Leidenschaften. Denn Talente sind Grundlage für Selbstvertrauen, Arbeit mit Spaß, Wohlstand und Glück!th_176
Ganz wichtig finde ich, dass Kinder einen Teil der Kosten des Aufwandes für diese Aktivitäten mittragen. Wie sie das selbst bewerkstelligen können, wird ein weiteres Thema sein.
Das Ziel ist, dass Kinder wissen, dass man in der Welt Dinge bekommen, Talente fördern und sich Träume erfüllen kann. (mehr dazu in Kürze)

  • Begrenzen
    Begrenzen bedeutet sicherzustellen, dass Kinder nicht zu viele oder unangemessene Dinge bekommen. Ihr Wunsch alles unter Kontrolle zu haben, darf nicht unterstützt werden.

Beim Säugling hat das Begrenzen noch keinen großen Stellenwert. Eine Mutter erkennt meistens den Unterschied zwischen grundlosem Jammern und dem Schreien aus echtem Bedürfnis. Im Zweifel für den Weinenden! 😉
Krabbelkinder sind mobiler und da sind Begrenzungen an der Tagesordnung. Das Wörtchen „Nein“ bekommt eine Bedeutung.
Es möchte, dass Sie bei ihm bleiben, aber Sie gehen trotzdem abends aus. Er will ein Stück Schokolade, bekommt aber keins. Das Kind lernt, dass ihm nicht alles automatisch zusteht, was es haben möchte.
Später im Kindergarten und Schulalter wollen Kinder alle möglichen Sachen haben, die andere Kinder besitzen.Verschiedene 2010 Bilder 207
„Aber das ist nicht fair! :“ na und? So ist das nun mal im Leben!“
Im Teenie-Alter geht es viel um die persönliche Einstellung. Sie übernehmen immer mehr die Rolle des Beschützers und Verwalters. So manchem steigt die Entscheidungsfreiheit in den Kopf und wird größenwahnsinnig, herablassend oder gar bösartig. Hier ist es wichtig klare, starke Grenzen zu setzen.

  • Behalten:
    In dieser Funktion lehren Sie ihre Kinder, sich durch die Gefühle bezüglich einer Grenze hindurchzuarbeiten. Es ist sozusagen eine Charaktereigenschaft, die als Frucht hervorgeht, welche die Kinder verinnerlichen und behalten

Grenzen sind hart, fügen Sie deshalb Liebe, Verständnis und Struktur hinzu, damit ihr Kind dies annehmen und verinnerlichen kann.
Im Klartext: Wenn ihr Kind an eine Grenze stößt, reagiert es mit Ärger. Wenn die Grenze dann aufgrund seines Protestes aufgehoben wird, bekommt es den Eindruck stärker als die Grenze zu sein. Wenn die Grenze aber fest bleibt, muss das Kind für diese Grenze cropped-cropped-SPRING_CAMP_017.jpggewonnen werden.

Ich weiß, mein Schatz ,das ist schwer!“
Du hast Recht, das ist nicht fair!“
Ich kann es auch nicht leiden, wenn ich etwas nicht bekomme
Ich verstehe das, aber du darfst trotzdem nicht!
Das Leben kann schon manchmal hart sein

Völlig unangemessen sind folgende Sätze:

Das tut mir jetzt mehr weh als dir!“
„Ich will doch nur dein Bestes!“
„So schlimm ist das doch nicht! Denk doch mal an die schönen Sachen, die du in letzter Zeit machen durftest!“
„Es dauert ja gar nicht lange!“
„Hör auf zu heulen, sonst gebe ich dir einen richtigen Grund dafür!“

MUT SICH HASSEN ZU LASSEN
Eltern, die es nicht ertragen, dass ihr Kind sie zeitweise hasst, werden es nicht schaffen, dem Kind die Realität zu vermitteln, die es braucht um sein Anspruchsdenken aufzugeben.
Liebe und Grenzen sind die wichtigsten Werkzeuge einer Mutter und eines Vaters.

Auf den Punkt gebracht:
Kinder gedeihen mit Liebe und Fürsorge. Förderung begleitet das Kind altersentsprechend und findet die Gaben und Talente. Grenzen und Liebe gehören untrennbar zusammen. Gefühle die dabei entstehen mit Verständnis begleitet, bilden den Charakter.cropped-th_054.jpg

Ich wünsche Ihnen viel Mut und Leidenschaft beim Begleiten ihrer Kinder auf diesem Weg!

Herzliche Sommergrüße
Dorothea Wald

Die Regel des Neides

Hallo, geht es Ihnen auch so?

Ich bin glücklicher, wenn ich dankbar bin!IMGP6314

„Aber Susi hat doch auch eine!“
„Mir ist langweilig!“
„Diese Spielzeug ist öde, ich will das da!“
„Das ist nicht fair, Joey darf auch!“

Wenn Ihnen solche Aussagen bekannt vorkommen, haben Sie bereits mit Neid zu tun gehabt. Neid ist eine der grundlegendsten Emotionen und bis zu einem gewissen Grad empfinden alle Menschen Neid. Doch nicht alle Menschen sind gleichermaßen neidisch und diese Gefühle bestimmen keinesfalls das Leben eines normalen Zeitgenossen. Sehen sie sich mal die unglücklich wirkenden Leute um sich herum näher an und überprüfen Sie, ob Neid bei ihnen eine große Rolle spielt. Neidische Menschen

  • sind nicht in der Lage, sich zufrieden zurück zu lehnen und das zu genießen, was 20140824_135652[1]sie haben,
  • werden ihres Partners irgendwann überdrüssig und brauchen jemand Aufregenderen,
  • müssen sich immer mit jemandem messen,
  • bewerten Positionen, Macht, Status und Geld über,
  • sind ständig unzufrieden mit ihrem Beruf oder ihrem Fortkommen,
  • haben eine kritische Einstellung gegenüber Menschen mit Macht, Status, Talent oder ähnlichem,
  • meinen Anspruch auf Sonderbehandlung zu haben und möchten,
  • dass man sie als etwas besonderes ansieht.
  • Denken, sie seinen über Kritik erhaben.

Auf Kinder übertragen, ist Neid ein ständiges Haben – wollen. Wir werden in diesem Kapitel ein paar Anregungen besprechen, wie Sie ganz normales kindliches Neidverhalten in Annahme, Dankbarkeit und Zufriedenheit verwandeln.

Erwartung statt Dankbarkeit
Menschen, die ständig etwas erwarten haben das Gefühl, dass einem die Welt etwas schuldig ist, einfach weil man existiert.
Als Baby bekommen wir zu Recht sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch wenn IMGP6358sie älter werden, besteht die Gefahr, dass sie dies für selbstverständlich halten und sich nicht der Realität der Familie, der Schule oder auf dem Spielplatz anzupassen bereit sind.
In der nächsten Stufe gehen Kinder davon aus, dass es ihr Recht ist, keine Schmerzen aushalten zu müssen, nicht arbeite zu müssen und sich keinen Regeln unterwerfen zu müssen.
Kinder sind neidisch auf das, was andere haben, und das, was sie selbst haben, ist in ihren Augen plötzlich wertlos. Sie protestieren lautstark.

Das Gegenteil ist Dankbarkeit!
Dankbarkeit ist in der Liebe begründet und wir schätzen das was wir bekommen haben.

Diese beiden Zustände, Dankbarkeit oder Neid, haben wenig mit den tatsächlichen Bedürfnissen zu tun, sondern mit dem CHARAKTER.

Das Problem der doppelten Mamas und Papas

Da wäre einmal die gute Mama, die meine Bedürfnisse stillt. Die böse Mama verweigert einen Wunsch. So auch der Papa. Wie bekommt ein Kind diesen Zwiespalt nun auf die Reihe, denn es sind auch zwei verschiedene Wahrnehmungen des eigenen Ichs:
das ansprüchliche (anspruchsvolle) Ich und das gequälte Ich.
Gerade bei jüngeren Kindern kann man oft feststellen, dass sie entweder sehr fröhlich oder sehr traurig sind. Ihre Gefühle sind eindeutig polarisiert.th_009

Diese beiden Wahrnehmungen verschmelzen miteinander, denn sie lernen:

  1. Für meine Bedürfnisse wird gesorgt.
  2. Nicht alle meine Wünsche werden erfüllt.
  3. Dieselbe Person gibt und verweigert mir Dinge.
  4. Die Person die ich liebe ist auch die Person, die ich hasse.

Frustrationen und Annehmlichkeiten

Dabei gilt die Regel:  wir Menschen müssen erst empfangen, um geben zu können!
Kinder ,die nie etwas geschenkt bekommen, fühlen sich immer bedürftig und können nicht dankbar sein, weil sie tatsächlich zu kurz kommen. Dies ist die Gefahr, wenn man als Eltern zu sehr darauf achtet, sein Kind nicht zu verwöhnen. Kinder müssen ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen um Vertrauen und Dankbarkeit zu entwickeln. Und zu diesen Bedürfnissen gehört auch der eine oder andere nicht unbedingt nötige Wunsch. Die Bibel stellt fest, dass wir Gott lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

Diese biblische Weisheit stellt uns in Verantwortung die Balance von Frustration und Annehmlichkeiten immer im Blick zu haben. Ein Kind, bei dem dieses Gleichgewicht stimmt, sieht sich nicht als Mittelpunkt der Welt und andere nicht als seine dienstbaren Geister und es fühlt sich auch nicht als Opfer, wenn es etwas nicht bekommt.

Fassen wir zusammen:
Neid entsteht unter Menschen als eine ureigene Charaktereigenschaft und verstärkt sich in der frühen Kindheit. Die gesunde Balance von Frustration und Annehmlichkeiten erleichtert dem Kind das Doppelbild der Eltern im Laufe der Entwicklung konkruent wahrzunehmen.
Am Anfang steht das Empfangen, damit das Geben möglich ist.
Achten wir deshalb auf diese drei Verhaltensweisen:
GEBEN – BEGRENZEN – BEHALTEN

Diese drei Möglichkeiten verbleiben Ihnen, um Ihrem Kind einen gesunden Realitätssinn zu vermitteln!

Im nächsten Beitrag gehen wir auf jedes der drei Handlungsformen genauer ein und cropped-zollernalbkinder_foto.jpgkönnen so ein gutes Stück dazu beitragen, dass Neid in Dankbarkeit umgewandelt wird!

Herzliche Grüße
Ihre Dorothea Wald

Eine jeder sehe auch auf das des anderen

Eine Regel außer der Reihe „Liebevoll Grenzen setzen“ möchte ich aus einem Vers der Bibel beschreiben:

Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern eine jeder auch auf das des anderen.
Philipper 2,4

„Unsere Gesellschaft ist voller Menschen, die nur für ihre eigenen persönlichen Interessen leben. Anstatt mit dem Dienst für andere beschäftigt zu sein, sitzen sie über Problemen brütend zu Hause. Sie denken über jedes kleine Weh nach und werden bald zu überzeugten Hypochondern. In ihrer Einsamkeit beklagen die sich, dass sich niemand um sie kümmert, und bald schwimmen sie in Selbstmitleid. Je mehr Zeit sie haben, über sich selbst nachzudenken, desto deprimierter werden sie….“ (William Mc Donald)

Ich gebe zu, diese Äußerung von McDonald ist ziemlich hart formuliert. Er meint damit auch bestimmt nicht Menschen, die ernsthaft erkrankt sind und keine wirkliche Hilfe erfahren. Für meine Arbeit mit Kindern und Eltern ist es wichtig, klar zu unterscheiden und dementsprechend andere Hilfe zu installieren. Im Folgenden möchte ich kleine Tipps für das Miteinander geben und unser Handeln zu hinterfragen.

Für Kinder ist es wichtig schon früh zu lernen, den Blick zum anderen zu schärfen. In der Familie , im Kindergarten und in der Schule….
Egozentrische Kinder haben es schwer, Freunde zu finden, Mitgefühl zu zeigen und tendieren zu Verhaltensauffälligkeiten.th_067

  • Was ist zu tun?
    Ein Einjähriges Kind beginnt im Spiel zu kooperieren und beobachtet seine Spielgefährten. Es sind kleine Gesten der Eltern, indem sie dem anderen ein Spielzeug zum Spielen zukommen lassen, dass eigentlich ihrem Kind gehört. Es ist das Teilen einer Banane vor den Augen des eigenen Kindes und ein tröstendes mitfühlendes Wort für den Weinenden. th_065u.v.m.
  • Ein Zweijähriges hat den Sprachschlüssel geknackt und bekommt mit, was und wie man über andere redet. Ob man sich um seine Anverwandten kümmert, mal einen Besuch abstattet und Kuchen spendiert, einen Einkauf erledigt, eine zusätzliche Fahrt einlegt, obwohl es nicht auf der Strecke liegt.
  • Je älter das Kind, um so mehr kann das Lebensmotto: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das des anderen!“, das Leben positiv und sinnvoll machen. Es muss nicht sein, dass unsere Kinder nur noch am PC oder Handy verbringen und vereinsamen. Den Zeitgeist kritisiert wohl jeder, doch wir selber sind da ebenso mittendrin.

Es gibt keine Entschuldigung, warum irgendjemand sich langweilen müsste!
Ist es nicht so, dass die ganzen Aufmerksamkeiten in ganzer Fülle wieder zurückkommen und uns glücklich machen?
Sie werden erstaunt sein, wie oft das am Tag möglich ist und ihre Kinder Sie später dafür bewundern.cropped-cropped-cropped-SPRING_CAMP_017.jpg

In diesem Sinn einen wunderschönen Frühlingsanfang,

Dorothea

Die Regel der Proaktivität

Hallo liebe Leser,
meine Sommerpause hat etwas länger gedauert. Verschiedene 2010 Bilder 428

Danke für die ermunternden Kommentare aus dem In-und Ausland !

Ja meine Arbeit wächst ständig und so wie es aussieht passt das Konzept in den Bedarf des Zollernalbkreises

Nun gut, weiter im Text!
„John Townsend erzählt:

„Eines meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, mir ein paar Kinder zusammenzusuchen und auf der ruhigen Straße mit dem Ball zu spielen. Während eines solchen Spiels verfehlte der sechsjährige Derek einen Ball. Wütend stampfte er auf, schrie: Ihr seid alle doof und ich hasse euch!, dann rannte er nach Hause, wo er sich auf die Verandastufen hockte und wütend zu uns herüberstarrte.“
Besorgt wegen seiner verletze Gefühle versuchte John T. ihn zum Weiterspielen zu überreden, jedoch ohne Erfolg. Ein paar Minuten später kam Derek herüber und spielte mit, als sei nichts gewesen. Ein paar Tage später lieferten sich die Kinder wieder ein heißes Match und dasselbe Spielchen begann: Er regte sich furchtbar auf und haute ab. Die Gruppe spielte weiter und er stieß nach ein paar Minuten wieder dazu“

John Townsend dachte zuerst, naja er braucht ein paar Augenblicke um sich „abzukühlen“, aber dann vielen ihm mehrere Dinge auf:
1. Derek umging so jedes Problem, dass sich ihm im Spiel stellte
und somit umging er es auch, eine Enttäuschung oder Niederlage in der Gruppe auszuhalten.
Ebenso konnte er mit diesem Verhalten keine Verbesserung in seinen spielerischen Fähigkeiten erlernen.
Seine Ausbrüche verhinderten jegliches Lernen.
2. mussten sich seine Freunde immer wieder seiner Unreife anpassen. Bei ihm lag zwar das Problem, aber sie mussten dafür bezahlen, wenn er vom Spielfeld verschwand und ein Mann fehlte. Sie fanden sein Verhalten nicht gut, was unweigerlich zu Beziehungsproblemen führen würde.th_006
Was ist nun zu tun?

Als John den kleinen Derek das nächste Mal sah, gab es ein kleine Unterredung mit Regelanweisung:
Derek, es tut mir Leid, dass du beim Spielen immer so wenig Spaß hast. Es ist nicht so einfach einen neuen Sport zu lernen. Aber wenn du immer wegrennst, sobald etwas mal nicht klappt, verdirbst du dir und den anderen Kindern den Spaß. Es gilt daher die neue Regel, du darfst dich ärgern und wir werden dir helfen besser zu werden, aber wenn du wegläufst bist du draußen und kannst bei diesem Spiel nicht mehr mitmachen! Ich hoffe das hilft dir bei uns zu bleiben.

Nun wie verlief die ganze Geschichte?
Derek versuchte zweimal nachdem er weggelaufen war, einfach wieder mitzuspielen. Jedes mal rastete er aus als John ihn freundlich vom Platz verwies und die Regel wiederholte. Derek wutentbrannt, schwor nie mehr mit der Truppe spielen zu wollen. Beim dritten Mal schwenkte Derek schließlich um!
Die anderen Kinder und John lobten ihn, weil er versuchte, sein Verhalten und seine Reaktionen in den Griff zu bekommen.

Jeder Mensch hat bis zu einem gewissen Grad mit diesem Problem zu kämpfen:
Reaktion und Proaktion!
Dem Unterschied zwischen einem wilden Zurückschlagen und einer reifen Antwort auf ein Problem.

Wenn Kinder reagieren
Wir wissen alle, Kinder reagieren von Natur aus nicht weise und überlegt. Ein Nein ist kein Nein. Manche Kinder geben schnell auf, lassen Aufgaben liegen, wenn es eine Anstrengung erfordert etc. Die meisten Kids reagieren nur auf Stress, anstatt ihm aktiv zu begegnen. Vieles was an Reaktionen so kommt, dient nicht der Problemlösung.
Vielleicht kennen Sie die folgenden reaktiven Verhaltensmuster auch von ihrem Kind?
-Wutausbrücheth_067
-Widerworte
-Gejammer
-Impulsivität
-Kämpfe und Gewalt
Die dazugehörigen Geschichten aus dem Alltag füllen wohl Bücher und so manches Beratungsgespräch.

Allgemeine Kennzeichen von reaktivem Verhalten bei Kindern:
1. Handlungen sind immer Reaktionen, keine Aktionen.
Reaktionen werden von äußeren Einflüssen bestimmt nicht von ihren eigenen Wünschen und Gedanken.
Protesthaltung
2.Reaktionen von Kindern sind immer gegen irgendetwas oder irgendjemand
3.Reaktionen sind nicht von Werten bestimmt

Reaktive Grenzen:
Notwendig, aber nicht ausreichend

Reaktive Grenzen sind grundsätzlich wichtig fürs das Überleben und Wachstum ihres Kindes. Es muss gegen etwas protestieren können, was ihm widerstrebt, was es nicht mag oder fürchtet. Ohne diese Fähigkeit kann es nicht kämpfen, es lässt sich ausnützen, wird nie richtig selbstständig und ist nicht zuletzt auch eher gefährdet missbraucht zu werden.
Gegen etwas Schlechtes zu protestieren ist auch deshalb fundamental wichtig, weil ein Kind irgendwann in der Lage sein muss, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Das Gute zu tun und das Böse zu lassen. Die Fähigkeit zum Protest hilft dem Kind dabei, seine eigenen Grenzen festzulegen.
Jedoch Protest identifiziert das Problem, aber er löst es nicht!
Kinder, die in der reaktiven Phase verharren, haben größte Schwierigkeiten, Freunde zu finden, mit Vorgesetzten klarzukommen, Ziele festzulegen und ihre Talente, Interessen und Leidenschaften zu definieren. Sie sind auf „Dagegensein“ fixiert, dass sie das „Dafürsein“ nicht entwickeln können.
Derek zum Beispiel hatte Schwierigkeiten mit seinen Freundschaften, weil er dafür bekannt war, gegen Teamwork, Regeln und Zusammenarbeit zu sein.

Wenn ihr Kind dagegen sehr fügsam und still ist, ist das auch ein Problem. Es sollte mal kräftig seine Vorstellungen äußern und zeigen. Also ermutigen Sie ihr Kind in diesem Fall dazu, selbst zu denken, eine Meinung zu haben, etwas nicht gut zu finden und seine Meinung dazu zu sagen. Das Gegenteil ist nun, wenn ihr Kinder die „Narrenfreiheit „ bekommt, seine Gefühle einfach nur auslebt, Rache übt, Schwierigkeiten aus dem Wege geht und keine Verantwortung übernimmt.

Garnicht so einfach die Balance zu finden?!
Im nächsten Beitrag behandeln wir die Proaktiven Grenzen, worauf ich mich besonders freue!

Also versuchen wir nicht nur zu reagieren und beobachten Sie etwas distanziert wie ihr Kind im Zusammenleben Konflikte löst, reagiert und schon Aktionen plant, die das gemeinsame Leben bereichern!

Ihre
Dorothea Wald

Die Regel der Bewertung Tipp 4

Hallo liebe Leser,http://www.dreamstime.com/royalty-free-stock-photos-laughing-kids-image21942538
wie versprochen werden wir heute noch mal genauer beleuchten, wann die Reaktionen des Kindes auf Interventionen nun schmerzlich oder schädliche Auswirkungen haben können. Dr. Clouds Erfahrungen gehen nämlich davon aus, dass Schmerz zum Wachsen dazugehört, jedoch Schaden unbedingt abgewendet werden sollte. Ebenso nimmt der Psychologe uns in die Verantwortung.

Eine kleine Begebenheit führt uns in diese Problematik hinein:

Dr. Cloud:“ Ein Freund von mir, der Psychologe ist, erzählte mir mal von einer Woche, in der seine Frau unterwegs war und er auf die drei Töchter aufpassen musste. Am dritten Tag hatte er die Vierjährige mehrmals ermahnt, sich für den Kindergarten fertig zu machen, doch sie trödelte herum. Langsam wurde er wütend. Er begann sie mit grausamen Strafandrohungen zu überschütten und laut zu werden, als ihm plötzlich die Frage durch den Kopf schoss:“ was würde ich tun, wenn sie meine Patientin wäre?“
Er hielt inne und dachte über mögliche tiefere Gründe nach. Normalerweise war sie ein fügsames Kind, da musste mehr dahinter stecken. Plötzlich fiel ihm ein: „Du vermisst deine Mama, nicht wahr?“, fragte er sie und die Kleine brach in Tränen aus. Er nahm sie in den Arm, tröstete sie und sagte ihr, dass ihm ihre Mama auch fehlte.th_006
Nach einer Weile beruhigte sie sich wieder und sagte ihm: Komm, Papa, wir müssen jetzt gehen und innerhalb zwei Sekunden waren wir unterwegs.

Kinder senden oft durch ihr Verhalten eine Botschaft aus, weshalb Eltern/Erzieher / Lehrer sorgfältig überlegen müssen, ob das Kind einfach nur bockig ist, ob es ein echtes Bedürfnis verspürt oder etwas Trauriges erlebt hat.th_065
Im obigen Beispiel lag ein echter Schmerz zugrunde und keine Rebellion gegen den Vater.
Eine solche Bewertung des Kindes ist besonders bei Kleinkindern wichtig!

Sie protestieren wenn etwas weh tut, wenn sie hungrig oder durstig sind oder wenn sie sich alleine fühlen. Erst frühestens im zweiten Lebensjahr, wenn Disziplin und Regeln wichtiger werden, können Kinder die unvermeidbare Frustration aushalten.
Also zuerst einmal sicherstellen, dass alle Bedürfnisse gestillt sind, bevor Sie es einer Frustration aussetzen.

Hier ein paar wirklich ernst zunehmende Gründe, bei denen Kinder ihre Hilfe benötigen!

  • Verletzte Gefühle aufgrund einer Aussage der Bezugspersonen zu Hause, Kindergarten oder in der Schule
  • Ärger über die eigene Machtlosigkeit in Beziehungen und noch zu wenig Selbstkontrolle
  • eine traumatische Erfahrung, von der Sie bis jetzt noch nichts mitbekommen haben
  • medizinische und körperliche Probleme
  • Psychische Schwierigkeiten wie AD(H)S, Depressionen oder Lernstörungen
  • Eine einschneidende Veränderung in der Familienstruktur, dem Zeitplan oder dem Lebensstil

Solche Ursachen für ein Fehlverhalten sollten Sie berücksichtigen, bevor Sie mit Konsequenzen beginnen und Grenzen abstecken. Dazu gehört zuerst die Reflexion über sich selbst, um auszuschließen, dass Sie nicht die Schmerzquelle sind.
Zwei passende Sätze dazu habe ich in der Bibel gefunden: Für den Begriff „Eltern“ kann sich jede Person angesprochen fühlen ,die mit Kinder zu tun hat.
„Ihr Eltern, behandelt eure Kinder nicht so, dass sie mutlos und scheu werden!
Ihr Eltern behandelt eure Kinder nicht so, dass sie widerspenstig werden! Erzieht sie mit Wort und Tat nach den Maßstäben, die der Herr gesetzt hat.“

Kinder reagieren nicht gut auf Regeln, die übertrieben streng sind oder von den Eltern mit Bitterkeit und innerem Zorn durchgesetzt werden :

Überprüfen Sie also deshalb Ihr eigenes Verhalten:

  • Üben Sie viel Einfluss auf ihre Kinder aus, sodass diese keine eigenen Entscheidungen treffen können und wenig Mitbestimmungsrecht haben?
  • Disziplinieren Sie ihre Kinder voller Zorn und mit Schuldgefühlen, statt sie liebevoll die Konsequenzen ihre eigenen Tuns spüren zu lassen?
  • Vernachlässigen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder nach Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit?
  • Kritisieren Sie die Fehler Ihrer Kinder sehr, ohne sie entsprechend für Erfolge zu loben?
  • Sind Sie perfektionistisch und haben Schwierigkeiten damit, auch weniger gelungene, aber ehrliche Versuche zu honorieren und eine grundsätzliche gute Richtung anzuerkennen?

Zusammenfassend wollen wir einfach festhalten:
Beurteilen Sie den Schmerz Ihres Kindes möglichst realistisch. Wenn es wirklich etwas braucht oder verletzt ist, eilen Sie zu seiner Rettung. Wenn es aber nur gegen die Aufforderung des wahren Lebens protestiert, dann zeigen Sie Mitgefühl für die Unannehmlichkeiten und bleiben Sie fest. Später werden Ihre Kinder es Ihnen danken(allerdings auch erst dann!)th_067
Wenn Ihre Kinder es lernen, den Schmerz zum Verbündeten zu machen, statt ihn vermeiden zu wollen, sind sie in der Lage, ihre Probleme zu lösen. Doch langfristig möchten wir erreichen, dass Kinder Probleme proaktiv begegnen. Im nächsten Beitrag möchte ich erläutern, was das ist und wie dies aussehen kann!

Bis dahin liebe Grüße,
Dorothea

 

 

 

 

Teil 10 Liebevoll Grenzen setzen: Die Regel der Bewertung

 

Hallo liebe LeserInnen,Verschiedene 2010 Bilder 013

nach einer mehrwöchigen Sommerpause, melde ich mich nun wieder zurück und hoffe sehr, Sie haben Ihren Urlaub in vollen Zügen genossen oder haben ihn noch vor sich!!! Die Schulferien dauern in BW ja noch an und so ist der Alltag in vielen Familien noch nicht in gewohnten Bahnen. Manchmal weiß man nicht, was den Kindern nun besser bekommt, Ferien oder Schule? Und dabei sind wir schon mitten im Thema. Wir wissen oft nicht den Unterschied zwischen Schaden und Schmerz.
So manche Konsequenz, die Kinder erleben wird ihnen bestimmt mehr oder weniger wehtun, jedoch sie würden ganz und gar nicht schaden!
Aber nun lasse ich wieder Dr. Henry Cloud zu Wort kommen, der übrigens wie schon angekündigt, im Oktober in Gießen live zu hören sein wird!

Dr. Cloud beriet eines Tages eine Frau, die ihrer 12-jährigen Tochter das Prinzip der Grenzen nahe bringen wollte. Jedoch jedes Mal, wenn er eine konkrete Grenze vorschlug, stieß er an eine Wand. Nach Meinung der Mutter, würde diese oder jene Grenze nicht funktionieren. Entweder passte sie nicht in dem Zeitplan oder die Familie würde dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden …und so ging es weiter.
Also hörte er auf, Vorschläge zu machen und sagte stattdessen:“ Um ehrlich zu sein habe ich den Eindruck, dass Sie diese Sache nicht durchstehen. Sie schaffen es einfach nicht, Ihrer Tochter mit der nötigen Konsequenz zu begegnen, deshalb wimmeln Sie alle Vorschläge ab!“
Es gab eine Gedankenpause, dann begann die Frau zu weinen und brachte, nachdem sie sich wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte, hervor:“ Ich kann es einfach nicht ertragen ihr wehzutun! Es ist zu schmerzlich sie leiden zu sehen; ich kann ihr das nicht antun. Sie schafft das doch nicht!“
Kurz gesagt, kannte die Mutter den Unterschied zwischen Schaden und Schmerz nicht!

Schmerz bedeutet, dass das Kind Traurigkeit verspürt oder verletzten Stolz oder den Verlust von etwas erleidet, dass ihm wichtig ist; Schaden hingegen entsteht, wenn man das Kind in seiner Persönlichkeit verletzt, es angreift oder ihm etwas vorenthält, was es wirklich braucht!
Eltern müssen diesen Unterschied gut verstehen, wenn sie mit ihrem Kind Grenzen üben!

Wachstumsschmerzen

Die erste Lektion für Eltern und für das ganze Leben lautet:
Wachstum bringt Schmerz mit sich!

Die zweite Lektion ist:
Nicht jeder Schmerz bringt Wachstum mit sich!

Dr.Henry Cloud hat selbst als Kind schmerzhalfte Erfahrungen machen müssen, dafür ist er bis heute dankbar. Er gibt uns vier Tipps auf den Weg, zum Umgang mit Schmerz:

1.Tipp:  Lassen Sie ihre Handlungsweise nicht vom Schmerz Ihres Kindes bestimmen

Terri, eine Mutter, hatte Probleme mit ihrem 13-jährigen Sohn Josh, der seine Hausaufgaben nicht regelmäßig machte. Das Abkommen lautete, dass er zu einer bestimmten Zeit für eine Stunde in seinem Zimmer die Hausaufgaben erledigen musste und der Schreibtisch nur seine Hefte und Bücher aufweisen durfte.
Alles war vorbereitet, da kam ein Anruf von seinem Freund, der ihn zum Basketballspiel einlud. Es kam zu einer verbal-emotionalen Auseinandersetzung, die der Junge gewann. Dasselbe geschah am nächsten Tag, als es Hausaufgabenzeit war. Dr. Cloud sagte zu Terri:
Also lassen Sie mich das mal zusammenfassen: Sie entscheiden anhand seiner Reaktion auf ihre Anordnung, was richtig und falsch ist? Wenn er sich aufregt, denken sie, es muss falsch sein. Verstehe ich das richtig? “So habe ich das noch nicht betrachtet. Aber vermutlich haben Sie Recht. Ich kann es einfach nicht mit ansehen, wenn er leidet!“
„ dann wird es höchste Zeit, dass Sie sich ein paar wichtigen Wahrheiten stellen! Erstens: Ihre Regeln und Werte werden von den emotionalen Reaktionen eines unreifen Teenagers bestimmt. Ihr Regelsystem richtet sich danach, ob Josh wütend darüber wird oder nicht. Zweitens: Sie berücksichtigen eines der wichtigsten Wachstumsprinzipien nicht, nämlich das Frustration ein Schlüssel zu Wachstum und Veränderung ist. Ein Kind, daß nie frustriert ist, kann auch keine Frustrationstoleranz erlernen. Drittens: Sie bringen Josh bei, dass er ein Recht darauf hat, immer glücklich und zufrieden zu sein. Und dass er lediglich ein bisschen jammern und toben muss, und schon bekommt er, was er will. Sind das wirklich ihre Erziehungsziele?“

Der Grad des Protestes eines Kindes definiert weder die Realität noch ob es etwas richtig oder falsch ist. Nur weil ihr Kind leidet, heißt das nicht, das etwas schlechtes passiert.
Wenn Sie es schaffen ihrem Kind Mitgefühl zu zeigen und trotzdem an der Grenze festzuhalten, wird ihr Kind irgendwann über seinen Widerstand hinwegkommen und die Grenze verinnerlichen

2. Tipp: Trennen Sie ihren Schmerz von dem ihres Kindes

Terri versuchte die ganze Zeit, ihren eigenen Schmerz zu verdrängen. Wenn Josh traurig war wurde sie auch traurig, weil sie sich übermäßig mit seinem Schmerz identifizierte. Als Kind war sie von ihren Eltern oft enttäuscht worden und hatte viel Verluste erlebt. Als Folge davon dachte sie, dass Joshs Traurigkeit so schlimm war wie ihre eigene. Dabei war das in keinem Fall vergleichbar.
Langsam lernte Terri, ihre eigenen Erfahrungen von denen von Josh zu trennen und ihm eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Das war nicht immer einfach und manchmal kann eine Dritte Person ganz hilflreich sein, bei der man sich ausweint und die die eingeschlagene Richtung mitunterstützt, und die Eltern in der Grenzeinhaltung motiviert.

Tipp 3: Helfen Sie ihrem Kind zu erkennen, dass es im Leben nicht um Schmerzvermeidung geht

Grundsätzlich kann man sagen, dass wir uns dann verändern, wenn es weher tut so zu bleiben, wie wir sind, als wenn wir etwas an uns ändern.
Wir trainieren für das Fussballspiel, weil es schlimmer ist zu verlieren, als Muskelkater… zu haben. Wir lernen unsere Aufgabe zu machen, wenn die Eltern dafür sorgen, dass das Nichterledigen unangenehmer ist als das Erledigen. Es geht darum, mit Problemen angemessen umzugehen. Ein Kind das lernt unangenehmes zu umgehen, wird im Leben viel mehr Schmerz erleben als es nötig wäre. Es tut sehr weh, wenn Beziehungen in die Brüche gehen, weil man nicht gelernt hat andere Menschen zu respektieren.
All diese Probleme rühren daher, dass wir die Tendenz haben, momentane Anstrengungen zu vermeiden, nicht auf Belohnungen warten zu wollen und dem Schmerz der Selbstdiziplin auszuweichen.

Tipp 4: Versichern Sie sich der Tatsache, dass der Schmerz ihres Kindes nicht aus einem wirklich ungestillten Bedürfnis oder einer tiefen Verletzung entspringt

Dieser vierte Tipp erscheint mir zu wichtig, als dass ich ihn nur kurz zusammenfasse. Ich werde im nächsten Beitrag mehr dazu schreiben und auch wieder Dr. Cloud zu Wort kommen lassen.

Lassen Sie uns für heute festhalten: Schmerz und Schaden sind ganz Unterschiedliche Dinge, die unser Leben begleiten können. Schmerz ist wichtig, um zu wachsen um fürs Leben vorbereitet zu werden. Wir wollen uns so manchem wichtigem Schmerz stellen und daran reifen. Dabei wollen wir unsere Kinder vor Schaden bewahren und ihnen helfen, Schmerz – Nutzer zu werden!

Schmerzliche Grüße, 😉

Dorothea Wald

P.S : zu guter letzt lassen wir doch noch einen Jungen zu Wort kommen, wie er die Grenzen seiner Mutter so absteckt! 🙂 viel Spaß

Liebevoll Grenzen setzen Teil 9 : Reife Liebes – und Schuldfähigkeit

th_006Hallo, liebe Leser!

Heute findet die Regel der Motivation ihren Abschluss. Sie ist extrem wichtig und nahm deshalb auch viel Raum ein! Lesen Sie nun aufmerksam den letzten Teil!

Im Kern unseres Wesens sind wir als Beziehungswesen geschaffen. Ihr Kind kommt mehr und mehr mit Menschen in Verbindung. Die Sorge um diese Beziehungen wird nun die Hauptantriebsfeder seines Lebens.
Ethische Fragen, richtig und falsch sind immer noch sehr schwierig, aber das Kind betrachtet dies nun vom Standpunkt seiner Beziehungen aus. Die höchste Motivation dabei ist die LIEBE und Empathie ist die höchste Form der LIEBE. Die Fähigkeit, die Sehnsucht unserer Herzen zu verstehen, versetzt uns in die Kraft zu liebevollem Handeln.

Christen haben Jesus zum Vorbild, der voller Empathie sein Leben für unsere Schuld opferte. Er lebte es vor und gab uns den Ratschlag: so wie du willst dass man dich behandelt, behandle auch deine Mitmenschen.

Eigentlich ein ganz einfaches, kinderleichtes Prinzip! Gerade in den letzten Tagen wurde in jeder Nachrichtensendung deutlich, wie weit wir Menschen davon entfernt sind, diese einfache Anweisung umzusetzen.

Wenn wir uns als Eltern, Großeltern etc. dieser Botschaft verschreiben, schaffen wir in unserem familiären und sekundären Wirkungskreis ein empathisches Miteinander.th_100
Wenn wir das Handeln unserer Kinder liebevoll empathisch begleiten, geht es nicht nur darum, es als richtig oder falsch zu bewerten z.B.

  •  es ist nicht gut, sich über einen übergewichtigen Klassenkameraden lustig zu machen!
  • es ist falsch, einer alten Person nicht den Platz im Bus zu überlassen!
  • es gehört sich nicht…

Diese Aussagen müssen einfach weiterentwickelt werden im Sinne von:

  • was meinst du wie fühlt sich dein Mitschüler, wenn die anderen ihn verspotten?
  • bestimmt ist die Frau nicht in der Lage lange zu stehen, wie kannst du es ihr angenehmer machen?
  •  stört es den anderen, wenn du…?2014-07-02 15.26.43
    Vor kurzem habe ich diese Foto (rechts) gemacht. Es war ein sehr heisser Tag. Diese Herde machte den unten liegenden Schafen, Schatten. Es hat mich beeindruckt, wie so „dumme“ Schafe für ihre Schwachen sorgen und es ihnen angenehmer machen!

Unterschätzen Sie keines der der drei Motive für Motivation:

Angst vor Konsequenzen, Unreifes Gewissen-Werte und Ethik, Reife Liebes und Schuldfähigkeit.
Ihr Kind muss Respekt vor drohenden Konsequenzen haben, es muss sich fragen, ob sein Verhalten richtig oder falsch ist und es soll sich Gedanken darüber machen, ob es anderen Menschen oder Gott unrecht tut.
Achten Sie in jeder Lebenslage darauf, dass ihr Kind Erfahrungen macht, die ihm dabei helfen, diese drei Motive zu verinnerlichen.
Alle Eltern haben mit der Tatsache zu kämpfen, dass Grenzen unseren Kindern Schwierigkeiten oder gar Schmerzen bereiten. Um dieses Problem geht es im nächsten Beitrag.

Bis dann 🙂 eine schöne sonnig empathische Zeit!2014-06-05 12.49.53

Ihre Dorothea

Liebvoll Grenzen setzen Teil 8 : Unreifes Gewissen und Werte & Ethik

Hallo liebe Leser, heute gehts weiter mit zwei weiteren Stufen der Motivation:th_052

2. Stufe: Unreifes Gewissen:
Mit dem Gewissen, ist das so eine sensible Sache. Dazu braucht es Beobachtung im Verhalten der Kinder, um zu sehen ob es das Gewissen ist, was eine Verhaltensänderung bewirkt.
John Townsend erzählt von einem kleinen Jungen namens Drew. Seine Eltern hatten versucht, ein gesundes Gleichgewicht von Liebe und Regeln aufrecht zu erhalten, doch in letzter Zeit entwickelte ihr Sohn ein Verhalten, dass sie nicht mehr nachvollziehen konnten. Drew rannte wie entfesselt durchs Haus, rammte Möbel dabei, fiel ständig hin und störte alle Anwesenden ganz erheblich. Seine Eltern arbeiteten mit ihm, zeigten angemessene Konsequenzen auf und belohnten richtiges Verhalten. Kleine Fortschritte wurden sichtbar. Eines Tages kam der Junge ins Haus gerannt und vergaß dabei sein Tempo herunter zu schrauben. Als er jedoch seinen Vater sah, kam er schlitternd zum Stehen und sprach hörbar zu sich selbst in der dritten Person. „Halt Drew, böser Drew…“er benutzte scharfe Wörter, die seine Eltern so nicht benutzt hatten. Verinnerlichung ist in der 2. Stufe an Personen (Eltern, Vorbilder) geknüpft, die etwas zu dieser Verhaltensänderung gesagt haben. Das Kind zitiert diese Person, in diesem Fall seinen Vater, hat diese Person vor Augen und der Prozess der Internalisierung kommt in Gang bzw. setzt sich fort.Verschiedene 2010 Bilder 269

Eines der Ziele Ihrer Erziehung sollte sein, dass Ihr Kind ein inneres Gefühl für Liebe und Grenzen bekommt und nicht ständig lauernde Eltern braucht, die es an alles erinnern. Wenn Sie konsequent an den Grenzen Ihrer Familie arbeiten, wird Ihr Kind mit der Zeit eine innere Mutter oder einen inneren Vater entwickeln, der Ihre Arbeit übernimmt und später auch eigene kreative Ideen fürs Zusammenleben entwickelt und umsetzt.
Seien Sie nicht zu streng, autoritär oder sogar brutal. Das kann dazu führen, dass ein Kind ein äußerst krasses und unreifes Gewissen entwickelt. Ein solches Kind steht dann in der Gefahr, depressiv oder ständig Schuldgefühle zu haben; vielleicht reagiert es auch auf übertriebene Strenge, indem es sich gegenüber anderen böse oder sadistisch verhält. Wenn Sie das beobachten, suchen Sie unbedingt Hilfe bei einer weisen Person, die es beurteilen kann, ob sie zu streng sind.
Während das Gewissen ausgebildet wird, lernt Ihr Kind aus guten Motiven heraus zu handeln und nicht durch Klapse auf den Po. Denken Sie immer daran, dass es Ihre Aufgabe ist, Ihrem Kind einen gesunden Realitätssinn zu vermitteln, nicht ihre eigene möglicherweise verzerrte Wirklichkeit. Wenn Sie irgendwie unsicher sind reden Sie mit andern Eltern und tauschen Sie sich aus.

3.Stufe: Werte und Ethikth_024
Wenn Ihr Kind eine zeitlang mit den Stimmen im Kopf, also dem nachahmenden Verinnerlichen Ihrer Aussagen umgegangen ist, wird es beginnen, sich die Grenzen der Eltern anzueignen. Es wird nicht mehr imitiert, sondern aus“ böser Drew“, wird “ das ist schlecht, ich sollte das nicht tun!“ Es setzt sich mit Ihrer und seiner eigenen Ethik auseinander. Das erfordert viel Kraft und manchmal auch innerliche Konflikte für Ihr Kind. Jetzt werden die Fundamente für die Lebenseinstellung und die Sicht Ihres Kindes, von Beziehungen und Moral gelegt. Das bedeutet nicht, dass die Grenzen schon fertig gelegt sind. Jetzt geht es darum, situativ zu begleiten und je nach Lage und Stufe der Motivation, multitasking-fähig zu coachen. Wichtig ist, dass Sie vermeiden, so John Townsend, ihrem Kind Schuldgefühle zu vermitteln. Aussagen wie: „wie konntest du das nur tun?“ oder „ich dachte das hättest du kapiert, du bist peinlich mit deinen schlechten Noten!“, fördern nicht gerade die neutralen Realitätsprinzipien. Vielleicht wäre die Aussage konstruktiver? „Arbeite an deiner Zeiteinteilung fürs Lernen, bestimmt geht es dir dann in der nächsten Klassenarbeit wieder besser“! Wir schaffen das  🙂
Ihre positive wohlwollende Einstellung zu Ihrem Kind, lässt Sie kreativ werden und Ihre Beziehung wird weniger leiden sondern blühen! Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!th_100

Ich denke es wurde uns bewusst, wie Werte und Vorstellungen in unser Innerstes kommen. Es ist die Basis für unsere Liebesfähigkeit, unsere Selbstkontrolle und unser moralisches System. Einige solcher grundlegenden Tugenden finden wir in einem Brief, den ein großer Missionar an ein besonders schwieriges Volk richtete: Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
Dieses Verinnerlichen findet im Leben immer wieder statt, Gott sei Dank! Im nächsten Teil reden wir über „Reife Liebes- und Schuldfähigkeit, die vierte und letzte Stufe der Motivation!

Bis dahin, sommerliche Grüße
Dorothea

PS: so kanns auch gehn!

 

Liebevoll Grenzen setzen Teil 7 ! Die Regel der Motivation (2)

Angst vor Konsequenzenth_077!

Hallo liebe Leser, der nachfolgende Text wie alle vorhergehende, ist für alle Erwachsenen geeignet, die mit Kindern zu tun haben. Erzieher, Lehrer, Eltern, Großeltern… Lassen Sie sich als Erzieher… nicht irritieren wenn ich von „ihr Kind“ spreche. Ich wähle hier eben die Elternbeziehung.

Ich hoffe sie konnten die vier Stadien grobin den Erziehungsalltag einordnen!
Heute beschreibe ich das erste Stadium genauer.

1.Angst vor Konsequenzen:

Wenn Sie damit beginnen, Regeln und Grenzen in ihrer Familie einzuführen, wird ihr Kind natürlich erst testen, ob Sie es tatsächlich Ernst meinen. Auf jeden Fall haben Sie jetzt die Aufmerksamkeit des Kindes. Und trotzdem – Kinder versuchen die Realität solange zu meiden wie es nur geht!

John Townsend erzählt: „Neulich habe ich bei einem Baseballspiel( die Amerikaner!) einen etwa Sechsjährigen Jungen beobachtet, der lautstark über alles redete, was ihm durch den Kopf schoß und damit alle Umsitzenden erheblich störte. Seine Eltern wollten seine Gefühle nicht verletzen und baten ihn hin und wieder halbherzig, doch leiser zu sprechen. Er ignorierte das und es schien, dass er das öfters machte. Schließlich ging ein Mann auf den Jungen zu und sagte:“ Junge, du bist jetzt mal still“! Geschockt von dem festen Auftreten dieses Fremden, verhielt sich das Kind danach erheblich ruhiger. Die Aufmerksamkeit des Kindes bekommen, ist immer der erste Schritt!“

Ihr Kind sollte anfangs zumindest einen gesunden Respekt vor Konsequenzen entwickelt haben. Damit dringt ein neuer Gedanke in sein Bewusstsein ein: Ich muss über die Folgen meines Tuns nachdenken. Was wird es mich kosten? Das ist natürlich ganz anders als die alte Leier: Ich kann tun und lassen was ich will!
Aber sind wir ganz realistisch, es braucht viele Versuche und Fehlversuche, bis Sie herausgefunden haben, welche Konsequenzen Ihrem Kind wirklich etwas ausmachen und dann braucht man viel Durchhaltevermögen, um auf Kurs zu bleiben. Aber es lohnt sich für ihr Kind!
Zum Trost und zur Ermutigung: Sie müssen nur ein einziges Mal öfter als ihr Kind zu ihren Vorsätzen stehen. Wenn es die Regel 1000 mal bricht, müssen Sie 1001 mal hart bleiben! Beobachten Sie das Gesicht und den Ausdruck ihres „Zöglings“, es verrät ihnen, wenn Sie den Kampf gewonnen haben. John Townsend berichtet wieder:

Amy, eine Zweitklässlerin hatte einen gewaltsamen Zug an sich. Wenn sie wütend war, warf sie mit Spielsachen nach Leuten. Ihre Mutter stellte daraufhin die Regel auf, dass Amy jedes Spielzeug unwiderruflich abgenommen bekam, dass sie nach jemanden warf. Amys Reserven bekamen Lücken. Als Amy mal wieder den Arm hob, sagte ihre Mutter schnell:“ Amy, überleg dir das gut. Weißt du noch was letztes mal passiert ist?

Amy zögerte zum ersten Mal und sie lies die Hand sinken.  Amy hatte begonnen, den Zusammenhang von Taten und Folgen zu verbinden.
Neurologisch würde man sagen, es haben sich Synapsen gebildet. Lernen findet eben immer statt, nicht nur in der Schulbank 😉

  • Noch einmal: es soll keine „Angst“ vor Konsequenzen unser Ziel sein und keinesfalls die Angst vor Liebesentzug!
  • Die Botschaft lautet folgendermaßen: Ich liebe/mag dich, aber du hast eine Entscheidung getroffen, die für dich unangenehme Folgen haben wird.

Das ist die allererste Stufe der Motivation.can-stock-photo_csp4958671

In dieser Stufe sollten Sie unbedingt vermeiden, dass Sie aus momentanem Ärger heraus oder als Strafe, bestimmte Grenzen setzen. Ihr Kind muss Selbstkontrolle lernen, um Strafe bzw. Konsequenzen zu vermeiden. Diese Verbindung kann es nicht lernen, wenn es auch noch darauf achten muss, nicht ihren Zorn zu erregen oder wenn es extreme Strafen fürchtet. Die Lernerfahrung soll sein, dass es selbst das Problem ist und nicht die wütende Mutter, Erzieherin etc.

Vergleichen Sie folgende Situationen/Äußerungen:

1.“Regina, wenn du noch einmal eine Tüte Chips aus dem Regal nimmst, werde ich wirklich sauer!“

2.“Regina, wenn du noch einmal eine Tüte Chips aus dem Regal nimmst, gehen wir sofort nach Hause. Dort wirst du dann genauso lange Geschirr spülen…, wie ich jetzt Zeit mit dir vertrödelt habe!“th_108

Es wird deutlich, im ersten Satz ist die wütende Mutter das Problem und nicht Reginas Verhalten. Sie kann sich jetzt entscheiden, gehorche ich jetzt (um sich dann später zu rächen oder Angst vor dem Zorn anderer zu entwickeln und später immer wieder Probleme damit zu haben) Sie kann aber erst recht in die Regale fassen, um die Mutter zu ärgern ohne bedeutungsvolle ernste Konsequenzen zu erleben.

Wenn ihr Kind sagt, dass es die Aufgabe nur macht, damit es kein Hausarrest…bekommt(was auch immer sie als Konsequenz einsetzen) , dann  sollten sie ihr Kind loben.

  • Es beginnt, bei sich selbst die Fehler zu suchen, statt anderendie Schuld zu geben!!
  • Es entwickelt ein Gefühl für Kontrolle und Einfluss / es kann etwas tun um den Grad der Unnannehmlichkeiten zu bestimmen, die es erwarten.
  • Es steht nie in der Gefahr ihre Liebe zu verlieren.
  • Es begreift, dass es Größere und Stärkere gibt als es selbst – Eltern, Lehrer, Chefs, die Polizei oder auch Gott – , die ihm immer Grenzen setzen werden, wenn es das nicht irgendwann selbst tut.

Versuchen wir gemeinsam aus den alten Verhaltensmustern herauszukommen. Wir bleiben immer Lernende auf unserem Weg !
Nächstes Mal beginnen Sie damit, ihrem Kind auf die zweite Stufe zu helfen!

Nächster Beitrag: 2.Stadium: Unreifes Gewissen

Darauf freu ich mich schon und Sie?!
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche, in der sie immer öfter den „Kampf“ gewinnen und die Beziehung zu ihrem Kind gefestigt wird.

Sonnige Grüße,cropped-zollernalbkinder_titelmotiv1.jpg

Dorothea Wald

Liebevoll Grenzen setzen Teil 7

Das Leben nach dem Motto …“weil ich es dir sage!“

Die Regel der Motivation

Liebe Leser,
John Townsend, der Co-Autor von „Liebevoll Grenzen setzen!“, hörte wie sich zwei Väter bei einem Vater-Sohn Wochenende unterhielten:

„Ich habe echt Probleme mit Randys Einstellung, sagte der erste Vater. „ Wenn ich es ihm sage trägt er den Müll zwar raus und macht seine Aufgaben, aber er stöhnt die ganze Zeit rum und beklagt sich. Er hat einfach nicht die richtige Motivation!“
Eine kurze Stille entstand; dann sagte der zweite Vater, tut mir Leid Ed, aber da musst du dich wo anders ausheulen! Mein Sohn findet bis heute noch nicht den Weg zur Mülltonne!

Was hat das nun mit Grenzen setzen zu tun?
Viele haben mit ausgeflippten widerspenstigen, völlig in sich zurück gezogenen oder  streitsüchtigen Kindern zu tun. Deshalb denken Sie auch noch nicht an die richtigen Motive bzw. Einstellung des Kindes. Sie würden sich vermutlich schon darüber freuen, wenn ihre Kinder zur Abwechslung einmal einfach nur auf sie hören würden. Angemessene Motive erscheinen deshalb sehr weit weg zu sein. „Erst einmal muss ich das Kind unter Kontrolle bekommen“, stöhnen Sie vielleicht. „Dann reden wir darüber, dass ich ihm mit seiner Motivation helfe.“

Doch Motive sind der Antrieb für unser Verhalten. Sie sind das innerliche Deshalb hinter den äußerlichen Aktionen. Wenn das Verhalten problematisch ist, bekommt das Verhalten die ganze Aufmerksamkeit. Jedoch sobald Sie die Aufmerksamkeit des Kindes haben, wird die Motivation zu einem Kernpunkt. Ein Kind wird zum Beispiel sein Zimmer aufräumen, weil es sonst nicht ins Kino darf. Ein 20 Jähriger wird eine andere Motivation brauchen, um die Wohnung in Ordnung zu halten.
Die Motivation entwickelt sich beim Kind, wie so ziemlich alles, stufenweise. Unreife Motive, wie Angst vor Schmerzen oder Konsequenzen, helfen bei kleinen Kindern. Doch Sie wollen ja, dass ihr Kind eines Tages aus den richtigen Motiven heraus, das Richtige tut, nicht einfach um Strafen zu vermeiden.

Deshalb muss jedes Kind lernen ein liebevoller Mensch zu werden, das entspricht unseren christlichen Werten.Foto 4 (9)

Nehmen wir an, sie möchten, dass ihr Kind seine Hausaufgaben macht. Es steht jedoch mehrmals vom Tisch auf…wer betroffen ist, kennt das alltägliche Szenario. Eine Menge Eltern stecken in diesem Dilemma fest. Alles schieben und drängen funktioniert nur so leidlich unter viel Frust in ihrem Beisein. Überlässt man ihnen diese Aufgabe…Sie wissen schon…
Erziehungstaktiken, Manipulationen wie Liebesentzug oder Schuldgefühle, also Appelle an falsche Motive, funktionieren nicht langfristig. Im Gegenteil, sie verletzen das Kind und die Beziehung zu ihm. Die Motivation ist also wichtig um ihrem Kind Grenzen nahe zu bringen.th_015.jpg

Das Ziel : Liebe und Realitätssinn

Wie können wir nun unseren Kindern helfen, eine gute Motivation zu entwickeln?
Wenn Sie die verschiedenen Stufen s.u. durchgehen, werden Sie bemerken, auf welchem Level sich ihr Kind befindet. Man kann kein Stadium überspringen! Die Tabelle zeigt Ihnen was Sie als nächstes tun müssen.

Stadium                   

Zu vermeidende Fehler             

1. Angst vor Konsequenzen

Wütende Bestrafung

2. unreifes Gewissen

Zu viel oder zu wenig Strenge

3. Werte und Ethik

Schuldgefühle,  Beschimpfungen

4. Reife Liebes- und Schuldfähigkeit

Zu sehr ausgeprägte Kritik,

Liebesentzug

Bevor wir die einzelnen Stadien im nächsten Teil näher erläutern, sollten Sie sich klar machen, dass das Erwachsen werden für ein Kind eine enorme Aufgabe darstellt. Sie müssen deshalb ein festes Fundament der Liebe haben. Niemand kann die Last der Verantwortung und den Schmerz von Frustrationen ohne liebevolle Beziehungen ertragen.th_176

In den vergangenen Beiträgen hat sich die Idee mit den Grenzen in unser Herz und Kopf gesetzt. Steigen Sie womöglich erst jetzt in den Newsletter ein, lesen Sie einfach die Beiträge weiter unten nach.
Sätze wie: „Nun  hörst du mir mal zu, die Dinge werden sich in dieser Familie in Zukunft gewaltig ändern! Ich ziehe jetzt andere Seiten auf!“ sind falsch am Platze.
Ebenso sind Gleichgültigkeit, Distanz und Liebe, die an Bedingungen geknüpft sind, Feinde diesen Fundamentes der Nähe, Unterstützung und Liebe.

John Townsend rät: Also lieben Sie zuerst und dann setzen Sie Grenzen!
Nehmen Sie sich in den nächsten Tagen Zeit, ihr Kind zu beobachten und schauen Sie in welchem Stadium es sich befindet. Es ist egal wie alt es in der jeweiligen Stufe ist, es gibt ihnen lediglich Sicherheit beim Andocken für Motivation und Grenzen.

 Grenzenlose Grüße 😉

 Dorothea

Henry Cloud in Gießen !!!

Hallo liebe Leser,

TSGrenzen-Tageskonferenz-2014-Flyer

Wer hat Interesse unseren Buchautor live zu erleben? Den lade ich ein, an der Tageskonferenz in Gießen dabei zu sein! Wir werden 1mal in Gießen übernachten. Das wird bestimmt ein wertvolles Wochenende und hilft uns, unsere Kinder besser zu verstehen und dadurch Entlastung und Entspannung im Alltag zu erfahren!

Bis bald,th_062
Dorothea

TSGrenzen-Tageskonferenz-2014-Flyer

Mitfahrgelegenheit möglich!

 

Liebevoll Grenzen setzen Teil 6

Hallo liebe Leser, IMGP3317

Ich bin der Nabel der Welt – Die Respekt – Regel

heute widmen wir uns einem, meiner Meinung nach, sehr wichtigen Aspekt. Die Respekt-Regel ist Voraussetzung für Integration ! Viele Eltern, Erzieher bzw.Kinder haben ihre Schwierigkeiten damit. Schauen wir mal in unseren Alltag!

Wenn Sie ihr Kind, in der Zeit bis zur Pubertät, aus unterschiedlichen Gründen einem Babysitter anvertrauen müssen, wie oft haben Sie den Kommentar ihres Kindes gehört?:

“Also Mama und Papa, ich sehe ein, dass ihr mal Zeit miteinander verbringen möchtet, geht nur wir kommen klar. Amüsiert euch! Ich muss ja lernen auf mich selbst aufzupassen und die Bedürfnisse anderer Menschen zu respektieren!“
Oder hat ihre Achtjährige schon jemals gesagt:
“Mama das verstehe ich, obwohl ich jetzt gerne ein Eis hätte, merke ich doch, dass du schnell nach Hause willst, machen wir es so wie du möchtest!“

Oder kennen Sie die Teenie – Version:“ Natürlich sehe ich ein, warum ich nicht mit auf die Skifreizeit kann. Es würde unser Familienbudget zu sehr belasten. Ich suche mir also einen Job und verdiene mir das nötig Geld selbst!“ (Ausnahmen bestätigen die Regel)

 „Ich denke das klingt nicht sehr vertraut“, meint Henry Cloud unser Buchautor.

Der gemeinsame Nenner all dieser Situationen ist:
Respekt gegenüber anderen Menschen, ihren Bedürfnissen, Entscheidungen und Gefühlen.
Verschiedene 2010 Bilder 269Dieser Respekt entsteht leider nicht von alleine, sondern ist erlernt !

Es geht einfach darum, die Grenzen eines anderen Menschen zu akzeptieren: Hat man das nicht gelernt, muss man sehr viel Schmerz und Abweisung einstecken. Wir haben ja schon im, ersten Beitrag zu „Liebevoll Grenzensetzen“ festgestellt, dass  jedes Kind mit dem Wunsch zur Welt kommt, seinen Kopf durchzusetzen und es naturgemäß wenig Mitgefühl für andere Menschen zeigt.
Deshalb liegt nun die Aufgabe bei uns, unseren Kinder von dieser natürlichen Respektlosigkeit bezüglich der Grenzen anderer Menschen  zu kurieren.

Grenzen respektieren
Um mit anderen Menschen gut auszukommen, muss ein Kind verschiedene Dinge lernen:

  • andere nicht zu verletzen
  • ein Nein zu respektieren, ohne großen Streit, Strafen oder Machtspiele
  • Grenzen generell respektieren
  • Die Einzigartigkeit des anderen Menschen zu schätzen
  • Traurig zu sein und  nicht wütend, wenn es nicht bekommt, was es will, weil es sonst die Grenzen einer anderen Person verletzen würde.

Das alles kann ein Kind von Natur aus nicht, wir müssen es ihnen beibringen!

Drei gute Lektionen:Verschiedene 2010 Bilder 125

  1. Verständnis
  2. Korrektur
  3. Konsequenzen

Lassen Sie selbst nicht zu, dass man Sie respektlos behandelt! Wenn Sie ein Nein dazu sagen, dass Ihr Kind ihre persönlichen Grenzen niederwalzt, begreift es nach und nach den Sinn dieser Einrichtung.

Hier ein Beispiel: Billy 11 Jahre
Billy:„Mama , ich gehe rüber zu Joel zum Hockeyspielen! Bis dann!
Mama:“ Nein Billy, du kannst noch nicht gehen; erst musst du deine Hausaufgaben machen!“
Billy: “Ach komm Mama ! Alle gehen da hin. Ich kann doch die Hausi später machen!“
Mama: “Billy ich kann gut verstehen, dass du jetzt zum Hockeyspielen willst, aber du warst heute Mittag im Schwimmbad und wir hatten ausgemacht, dass du deine Hausi anschließend und noch vor dem Abendessen machst!“
Billy:“ Ja aber ich  kann sie doch auch mal nach dem Essen machen.“
Mama:“ Eine Abmachung ist eine Abmachung! Ich will jetzt nicht mehr darüber diskutieren!“
Billy:“ Du bist do dumm und gemein! Du kapierst gar nichts! Doofe Mama!“

Verzweifeln Sie nicht, wenn Ihnen solche Szenen bekannt vorkommen! Normale Kinder hassen Grenzen, zumindest am Anfang. Die Frage ist nur, wie gehen Sie mit Hass und Respektlosigkeit um?

Das Heilmittel ist zunächst Verständnis und Korrektur und erst anschließend folgen Konsequenzen.
Hier ein paar Beispiele für Verständnis und Korrektur:

„Billy, ich kann verstehen, dass du jetzt enttäuscht bist, aber so lasse ich nicht mit mir reden. Wenn du mich  doof und dumm nennst, tut mir das weh. Es ist in Ordnung wenn du traurig oder wütend bist, aber ich lasse mich nicht von dir beschimpfen!
„Billy ,ich verstehe, dass du sauer bist, aber wie fühlst du dich, wenn jemand dich als doof und dumm bezeichnet? (Auf Antwort warten, damit das Kind wirklich eine Antwort geben muss) Möchtest du gerne mit Schimpfnamen bedacht werden?

Wenn nun eine  Entschuldigung ihres Kindes folgt, hat es  einen Schritt auf dem Weg zum Respekt für den Nächsten getan. Bleibt dies jedoch aus und es zeigt auch keine Zeichen der Reue sollten unbedingt Konsequenzen folgen!

 „Billy, ich habe dich gebeten, nicht so mit mir zu reden. Ich höre nicht auf solche Beschimpfungen, weil sie mich verletzen. Geh jetzt in dein Zimmer und denk darüber nach, wie du deine Wünsche auf eine vernünftige Art äußern kannst!
„Billy, wenn du mich nur beschimpfen kannst, dann geh und such dir jemanden, der sich das anhören will. Ich will es jedenfalls nicht! Geh!

Die Konsequenzen sollten immer mit dem Fehlverhalten in Verbindung stehen. Hier im Beispiel von Billy, war das Fehlverhalten auf der Beziehungsebene. Deshalb könnte als Konsequenz seine Beziehungen auch zeitweise getrennt werden, damit er den Verlust auch richtig einordnen kann. Beziehungen leiden, wenn Grenzen nicht eingehalten werden!
Die Grenze ist nur dann Realität, wenn sie beibehalten wird. Kinder respektieren Grenzen nur, weil sie fest steht und nicht weichen wird.

Die besten Lehrmeister hierzu sind die Grenzen und die Liebe. Streiten Sie nicht mit ihrem Kind, sondern solidarisieren Sie sich und nehmen empathisch Anteil an seinen Gefühlen!th_005

 Vielleicht üben Sie schon mal folgende Empathie-Statements ein, damit die nächste Grenzüberschreitung positiv abläuft!

„Ich kann verstehen, wie frustrierend das für dich sein muss!“
„Das ist bestimmt schwer für dich, wenn die anderen hingehen dürfen und du nicht!“
„Ich kann es auch nicht leiden, wenn ich etwas erledigen muss, was mir gar keinen Spaß macht!“
Es ist wirklich schlimm, wenn man etwas verpasst, an dem einem so viel liegt!“
„Ich weiß, das ist hart!“
„Ich würde auch lieber Tennis spielen, als die Wäsche zu machen. Wirklich ätzend!

Bleiben Sie fest und zeigen Sie Mitgefühl, werden Sie nicht zornig oder strafend! Der Protest wird bald erlahmen und das Kind fängt an, das einzig angemessene Gefühl im Zusammenhang mit Grenzen zu empfinden: TRAUER

Die Respekt Regel lehrt Kinder, dass die Welt nicht ihnen gehört und dass sie sie mit anderen teilen müssen. Sie lernen gute Nächste zu sein und andere Menschen so zu behandeln, wie sie selbst gerne behandelt werden möchten. Sie bekommen nicht immer was sie wollen und sie überleben es ganz gut, wenn das passiert. Sie akzeptieren Grenzen und die Tatsache, dass sie absolut sind. Sie können ein Nein von anderen annehmen ohne einen Streit vom Zaum zu brechen. Und sie können akzeptieren, dass andere Menschen getrennt von ihnen, ein eigenes Leben haben.

Ich wünsche gelungene Grenzsituationen!IMGP3324

Schöne Grüße
Dorothea

 

 

 

Liebevoll Grenzen setzen Teil 5

Ich kann nicht alles alleine, aber ich bin auch nicht hilflos
Die Regel der Macht

 Als John Townsend 7 Jahre alt war, las er das Buch, Tom Sawyer. Ihm wurde klar, dass er von zu Hause abhauen sollte. Seine Familie nervte ihn und er wusste, er könnte es ohne sie schaffen. Er packte sein Überlebensbündel und zog nachmittags los. Er lief einige hundert Meter und als sein Weg im Walddickicht immer beschwerlicher wurde, fing er an seine Sandwiches zu essen. Es wurde langsam dunkel, als die nächtlichen Geräusche ihn etwas beunruhigten dachte er, es sei nun Zeit nach Hause zu gehen. Es zwang ihn niemand und trotzdem ging er wieder heim. Er konnte es selbst nicht verstehen, dass er seine Freiheit nicht genießen konnte. Er wollte groß und mächtig sein    doch er wurde gnadenlos mit seiner Machtlosigkeit konfrontiert!

Kinder an die Macht
Viele Kinder erleben irgendwann ähnliche Situationen. Allmacht verlockt zu Großspurigkeit.
Es macht Sinn, sein Kind solche unrealistischen Vorstellungen oder Ideen realisieren zu lassen. Kinder werden von der Realität eingeholt, dass sie eben nicht so mächtig sind wie sie dachten. Sie lernen dadurch sich den Gegebenheiten anzupassen und haben 20140225_145910hoffentlich etwas gelernt.
Um gesunde Grenzen zu entwickeln, müssen Kinder eine gewisse Macht haben, im Sinne der Fähigkeit, etwas zu kontrollieren. Grob gesagt, das Fortkommen eines Kindes in dieser Welt hängt von einer realistischen Einschätzung der drei folgenden Bereiche ab.

  1.  Urteilsvermögen über was man Macht hat oder nicht
  2. Ausmaß des eigenen Einflusses auf Dinge, die man kontrolliert
  3. Umgang mit Dingen, die  man nicht kontrollieren kann

Um es besser verstehen zu können, stellen Sie sich einmal ein Kleinkind und seine Eltern vor.

Das fällt mir jetzt besonders leicht, weil ich es noch so brandaktuell vor Augen habe. Vor 20140315_100939zwei Wochen sind wir Großeltern geworden. Zunächst ist unsere Enkelin vollkommen hilflos. Gleichzeitig hat sie aber schon eine enorme Macht über ihre Eltern. Sie arrangieren ihr ganzes Leben um das Kind herum, tragen es bei sich, schützen und versorgen es. Für eine Weile ist ihr Baby ihr Lebensmittelpunkt. Wenn man nun mit unserer Enkelin reden könnte, würde sie sicher nicht sagen:“ Ich kommandiere diese Familie!“

Ein Baby schwankt zwischen unangenehmen Gefühlen von Angst, Hilflosigkeit, Hunger Zorn, Schmerz und angenehmen Gefühlen von Sicherheit, Geborgenheit, Wärme und Sättigung. Sie würde vermutlich sagen, dass sie keinerlei Macht oder Kontrolle über das alles besitzt was es da erlebt. Um diese Machtlosigkeit zu kompensieren, verwendet es später enorme Energie darauf, seine Macht über sich selbst zu stärken.
Deshalb ist die Familie das beste System und von Gott so eingesetzt, um dem Kind einen guten Rahmen zu geben, indem es heranwachsen kann. Mit zunehmendem Alter wird das Kind seine Macht und den Umgang damit stets testen und seine Grenzen altersgemäß unter elterlicher Anleitung abstecken. Bleiben Sie emotional stark mit ihrem Kind verbunden. Versichern sie ihm stets über Gestik, Mimik und verbal, dass sie es respektieren und das gemeinsame Leben mit allen Herausforderungen und Kämpfen unter dem Zeichen der Liebe und des Mitgefühls für seine gute Entwicklung stehen!cropped-th_054.jpg

Denn ein Kind hat zwei Hauptprobleme in dieser Hinsicht:

  1.  Problem: Ein Kind versucht immer Macht über Dinge zu haben, die ihm nicht zustehen!

Doch ein Kind kann keine Grenzen um etwas ziehen, was nicht sein Eigentum ist. Wenn es das versucht, wird der Besitzer irgendwann seine Zäune wieder einreißen! Konflikte werden auftreten, wenn es bei seiner Sichtweise bleibt und auf ein Kind trifft, dass ihm widerspricht. Begegnet es einem eher schwachen Gegenüber, der seiner Verirrung  nichts entgegensetzt, unterstützt dieser den Teufelskreis und wird selbst zum Spielball.

Spinnt man dieses Verhalten weiter, kann man sich einen dominaten Ehemann  vorstellen, der seine Frau unterdrückt und Macht ausübt. Spielt die Frau mit, bestärkt sie sein Verhalten, anstatt ihn mit seiner Unfähigkeit zu konfrontieren Kontrolle auszuüben.

      2. Problem: Ein Kind versucht unkontrollierbares zu kontrollieren. Es hat ständig Misserfolge und vergisst dabei, dass es durchaus Dinge gibt, über die man Macht ausüben kann. Es versucht erfolglos seine Freunde herumzukommandieren und vergisst dabei sich selbst anzupassen, manche Wünsche zurückzunehmen.

Tatsächlich ist es enorm wichtig, dass sich ein Kind mit seiner Machtlosigkeit und Selbstwirksamkeit/Selbstorganisation auseinandersetzt und beides in der Situation abwägen kann. Mit der Macht über sich selbst beginnt diese Entwicklung.

Ich habe nicht die Macht…th_005

  • zu überleben ohne andere Menschen zu brauchen.
  • zu tun was immer ich möchte
  • Konsequenzen zu umgehen
  • Fehler  und Versagen zu vermeiden

Mit der Macht über andere Menschen setzt sich diese machtorientierte  Entwicklung fort.
Ich habe nicht die Macht…

  • andere Menschen zu kontrollieren
  • unrealistische Wünsche einzufordern

Unsere kleinen Engel meinen, die Macht zu haben und die Resultate ihres Tuns umgehen zu können. Kinder sind bereit zu manipulieren, zu lügen und endlos zu diskutieren um einer Konsequenz bzw. Strafe zu entgehen.Machen Sie Ehrlichkeit zur Norm und setzen Sie Unwahrheiten deutliche Grenzen. Feiern Sie, wenn ihr Kind sein Fehlverhalten von sich aus zugibt! Fehler sind menschlich und gehören zum Leben!

Im folgenden finden Sie noch ein paar Beispiele wie Kinder versuchen ihre Macht auszuüben und wie wir adequat darauf reagieren können:

 Versuch der Machtausübung              Ihre Reaktion

Wenn ich lange genug herumjammere, bekomme

ich das Stofftier

Frage mich nur einmal ganz normal und ich entscheide. Gejammer bringt automatisch ein Nein

Ich kann meine Freunde herumschubsen

Die anderen Kinder scheinen dich zu meiden. Du solltest erst mal keine Kinder einladen, bis wir gemeinsam einen Weg gefunden haben, wie du besser mit Leuten umgehen kannst!

Wenn ich besonders nett und hilfsbereit bin, muss ich den Hausarrest für meine letzte Schandtat nicht ganz absitzen

Ich freue mich über dein gutes Verhalten, aber dein Hausarrest gilt bis zum ausgemachten Tag.

 

Ich kann deine Aufforderungen, das Wohnzimmer aufzuräumen, einfach   ignorieren!

 

Es bleibt dabei, diese Arbeit übernimmst du verantwortlich. Es hat Konsequenzen, die dir wahrscheinlich noch weniger gefallen werden. Dein Fußballspiel ist in ernster Gefahr.

Ich kann dich mit meinen Wutanfällen ärgern und aus dem Konzept bringen.

Dein Geschrei macht mir nichts aus, aber es ist ein schlechtes Verhalten. Solange du dich so aufführst sind alles deine Privilegien gestrichen! (Ausflüge oder was eben so geplant ist)

 

Mein Hass kann dich zerstören!

Du kannst mich damit verletzen, aber deshalb  gehe ich nochlange nicht weg

 

 

Auf diese Weise helfen wir unseren Kindern mehr und mehr den Wunsch nach Macht über andere aufzugeben. Natürlich ist das nicht mit einer guten Reaktion von uns Erwachsenen erledigt. Das Kind geht davon aus, dass wir unsere Entscheidung nicht durchziehen. Bleiben Sie dabei. Es geht darum, in diesem Prozess nun den Unterschied von Kontrolle und Einfluss aufzuzeigen. Einfluss respektiert die Freiheit des anderen!! Etwa in der Art:

„Wenn du mit einigen Entscheidungen, die ich treffe nicht einverstanden bist, lasse ich mit mir reden, wenn du gute Vorschläge bringst. Ich denke darüber nach, wenn du respektvoll mit mir umgehst. Falls ich bei meiner Entscheidung bleibe, bitte ich dich, das zu respektieren!

Eines noch zum Schluss: Gründen sie Ihre Entscheidungen oder Reaktionen stets auf den ethischen Grundwerten des Zusammenlebens. Nur dann könne Sie in der Durchführung maßvoll und zielgerichtet argumentieren. Alles andere wird ihr Kind nicht verstehen oder nachvollziehen können. Ihre Autorität wächst in der Sinnhaftigkeit einer Regel und nicht im Machtgehabe. Ebenso sollten wir im Einzelfall auch das Alter, die Ausgangssituation und jedes System genauer betrachten und nicht pauschlisieren. Manches Verhalten hat sich verfestigt und eine Eskalation ist vorprogrammiert. Oftmals ist da eine Hilfe von aussen ganz hilfreich, um eine seelische Behinderung abzuwenden.

Macht kann ein Kind heilen oder verletzen. Ein Kind braucht den Einfluss, der aus einer DSCI0021gesunden Selbstkontrolle entsteht und es muss den unrealistischen Wunsch loslassen, absolute Macht über sich selbst oder seine Beziehungen ausüben zu können. Eine realistische Einstellung zu seinen Einflussmöglichkeiten ist das Fundament, auf dem ihr Kind Respekt vor anderen und die Einhaltung von Grenzen lernen kann. Helfen unseren Kindern dabei!

Respektvolle Grüße
Dorothea Wald

Liebevoll Grenzen setzen Teil 4

An einem Strang ziehenVerantwortung und Vertrauen
Die Regel der Verantwortlichkeit

Blicken wir wieder kurz in den Alltag von Familie Townsend:
Als Ricky und Benny noch kleiner waren, stritten sie sich oft, wie das bei Geschwistern eben so ist. Wir als Eltern fungierten als Moderatoren und Richter. Wir hörten uns die Klagen an und sammelten Fakten und entschieden am Ende der Diskussion wer Recht und Unrecht hatte. Wir machten ihnen Vorschläge wie das Problem zu lösen war. Das Stofftier zurückgeben, sich entschuldigen oder was auch immer.  Das System funktionierte ganz gut, bis wir bemerkten, dass wir immer mehr Zeit damit verbrachten und die Jungs sich auf unsere elterliche Weisheit verließen. Wir entschlossen uns deshalb es anders zu machen.
Wir machen heute mal was anderes: ab sofort kommt ihr mit einem Problem erst zu mir oder Mama, wenn ihr schon selbst darüber geredet habt. Versucht es selbstständig zu lösen. Wenn es nicht klappt, könnt ihr immer noch zu uns kommen. Allerdings wird dann derjenige, der an der Sache Schuld ist, eine Konsequenz zu spüren bekommen!“
Was lernten unsere Kinder daraus?

  • dadurch war der Angeklagte natürlich erpicht, die Sache selbstverantwortlich zu regeln
  • diese Verantwortung für eine Lösung machte sie stolz, weil sie ihre Eltern nicht ständig brauchten
  • sie lernen für sich und ihre Streitigkeiten selbst verantwortlich zu sein.(natürlich in einem bestimmten altersentsprechendem Rahmen)

Kinder reifen mit zunehmender Alter in der Verantwortung für ihre eigene Bedürfnisse und Probleme. Wenn wir wütend sind, müssen wir mit dem umgehen was uns wütend gemacht hat, statt jemand zu suchen, der uns beruhigt. Diese Eigenverantwortung ist Kindern nicht angeboren. Im ersten Lebensjahr ist ein Baby sogar genau mit dem MED_0106Gegenteil beschäftigt. Jedoch auch ein Säugling übernimmt schon einen Teil der Verantwortung für seine Bedürfnisse. Es schreit, wenn es hungrig ist oder ihm sonst irgendetwas fehlt. Streckt es die Ärmchen, möchte es gehalten werden etc.
Ein großer Teil der Erziehungsarbeit wird also sein, dass unsere Kinder mehr und mehr die Verantwortung für ihr Leben übernehmen müssen. Nun stellt sich die Frage:
Wieviel % von dem was ich heute bin, ist meine eigene Verantwortung?
Man geht davon aus, dass wir als Eltern von unserem 100%igen Einsatz 30% Anteil haben, an dem wie ein Kind sich entwickelt. Die 70% der Verantwortung dafür trägt das Kind selbst.

Wofür Kinder Verantwortung übernehmen müssen:MED_0028

  1. Gefühle
  2. Einstellungen
  3. Verhalten

Beleuchten wir gemeinsam diese drei wichtigen Bereiche des Lebens. Sie sind wie Schätze, also Dinge von einem unermesslich großen Wert für die Persönlichkeit und Entwicklung des Kindes. Die Art wie wir lieben, arbeiten und dienen. Dazu eine Beispielgeschichte:

  1. Gefühle
    Cheryl war am Ende ihrer Weisheit. Ihr 11-jähriger Sohn Nathan bekam jedes Mal Wutausbrüche, wenn er wegen irgendetwas frustriert war. Er schrie, stampfte, knallte die Türen zu oder warf mit Gegenständen. Cheryl lies ihn gewähren, um seine angestauten Emotionen raus zu lassen und beruhigte ihn so gut sie konnte. Schließlich sagte ein guter Freund zu ihr: „Du erziehst Nathan zu einem wandelnden Wutausbruch“!
    Mit wenig Hilfe änderte sie ihre Reaktionen. Sie machte Nathan deutlich, dass er ihr immer sagen dürfe was ihn so wütend mache und sie gemeinsam nach einer Lösung suchen würden. Jedoch könne sie sein bisheriges Verhalten nicht mehr akzeptieren. Als Konsequenz, falls es wieder passieren sollte, müsse er auf sein Zimmer ohne Handy, Computer, TV oder sonstigen Ablenkungen. Die Anzahl der Minuten, die er die Familie bis dahin nerven würde, müsse er in zusätzlichen Hausarbeiten abarbeiten. Sie gab ihm noch zu verstehen, dass sie ihm helfen wolle, seine Gefühle besser in den Griff zubekommen.
    Nach einer Prostestphase beruhigte sich Nathan schnell. Er begann seine Probleme als Probleme zu betrachten und nicht als Explosionsgrund.
  2. Einstellungen
    Einstellungen unterscheiden sich deutlich von Gefühlen, denn sie beinhalten die Haltung  oder Meinung die wir im Blick auf eine Person oder Sache haben. Sie sind die Basis für viele wichtige Entscheidungen, die wir im Laufe unseres Lebens treffen. Sie stehen in direkter Beziehung zu uns selbst, der Rolle innerhalb der Familie, unseren  Freundschaften, der Schule und Arbeit. Die Einstellung zu moralischen Fragen,(Sex, Drogen, Gangs) entwickeln sich über die Wertevorstellungen und unsere Haltung zu Gott selbst. Das biblische Prinzip kann dabei eine große Hilfe sein (Matthäus 7,1-5): Bevor man den Splitter im Auge des Freundes ansieht, soll man erst den Balken aus dem eigenen Auge betrachten. Es ist eine praktische Übung um Einstellungen zu überprüfen. Im Sinne von: wenn du ein Problem hast, überprüfe zuerst, was du selbst dazu beigetragen hast.
    Situation: ein Mädchen in der Schule ist gemein zu mir.
    Splitter:    Sie ist so fies!
    Balken:    Womit könnte ich sie verletzt haben?
  3. Verhalten
    Nachahmung, Vorbilder, Liebe, Lehre und Erfahrung prägen das Verhalten. Kinder müssen aber ebenfalls lernen, dass ihr Verhalten ihre eigene Angelegenheit ist. Verhalten ist zuerst mal impulsgesteuert. Kinder koppeln Emotion und Handlung direkt aneinander ohne Nachzudenken und Wertvorstellungen oder ein Mitgefühl für andere mit einzubeziehen. Eine Steuerung ist noch nicht aktiviert.

Zwei kleine Beispiele dazu: ohne Grenzen
Ursache: Ich bin ungehalten, weil du mich nicht länger fernsehen lassen willst!
Effekt:     Ich heule und bekomme einen Wutanfall
Ein Kind, das Grenzen kennt, verhält sich ungefähr so:
Ursache:  Ich bin ungehalten, weil du mich nicht fernsehen lassen willst.
Gedanke: Ich könnte jetzt ausflippen, aber dann verliere ich vielleicht noch mehr als   nur die Fernsehzeit. Besser ich gebe nach!
Effekt: Ich gehe und mache meine Hausaufgaben!

Kinder lernen ihren Verstand einzuschalten, indem man sie ernst nimmt, ihnen erklärt, wie Abwägen funktioniert und indem man sie Erfahrungen sammeln lässt.

  • Ernst nehmen: Lassen Sie ihr Kind wissen, dass seine Gefühle echt sind, auch wenn sie nicht unbedingt realistisch sind!
  • Erklären: Sagen Sie ihrem Kind, dass Wutausbrüche unangemessen sind. Nennen Sie ihm andere Möglichkeiten mit seinen Gefühlen umzugehen. z.B. darüber reden oder aufschreiben… überlegen Sie gemeinsam wie es besser zu dem kommt, was es eigentlich möchte.
  • Erfahrung: Lassen Sie das Kind anhaltend Konsequenzen für unpassendes Verhalten spüren und loben Sie es, wenn es Ansätze macht, sich angemessen zu verhalten!

Zusammenfassend kann man also sagen, die Regel der Verantwortlichkeit hat einen Foto 2 (10)großen Anteil im Bezug auf die Reife eines Kindes. So manches auffällige Verhalten bei Konfliktbewätigung hat darin seine Wurzeln. Versuchen wir deshalb die Gefühle, die Einstellungen und das Verhalten unserer Kinder ernst zu nehmen und darüber zu sprechen. Lassen wir sie Erfahrungen machen, die ihnen helfen, ihren Lebenswagen selbst zu ziehen!

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Herzliche Grüße
Dorothea

 

Liebvoll Grenzen setzen Teil 3

Was passiert, wenn ich das mache?

DSCI0071
Die Regel von Saat und Ernte

Alter und Anforderungen ändern sich, aber die Regel von Saat und Ernte bleibt die gleiche. Bei dieser ersten Regel geht es nicht darum, unseren Kindern psychologische und beziehungsstörende Konsequenzen zuzumuten, im Sinne von Macht und Manipulation. Eine „Wenn-dann- Erziehung“ greift hier zu kurz. Deshalb folgen nun zwei Beispiele, um das Prinzip in der Anwendung besser verstehen zu können.

Beispiel 1: Sally und Jason
Sally plante einen Ausflug und wollte mit der Familie um 12 Uhr Mittags das Haus verlassen. Ihr Sohn Jason sollte schon seit einigen Tagen eine Gartenarbeit erledigen und das geliehene Werkzeug beim Nachbarn wieder abgeben. Sie erinnerte ihren Sohn gleich nach dem Frühstück. Eine Stunde später saß er immer noch vor dem Fernseher. Eine weitere halbe Stunde danach kam die nächste Erinnerung. Sally kümmerte sich um ihre eigenen Angelegenheiten. Als  sie dann um 11:30 ins Wohnzimmer kam, saß Jason immer noch seelenruhig vor dem TV. Sally rastete aus, beschimpfte ihn, er sei egoistisch und nun kämen alle zu spät zum Ausflugsziel. Sie beschlossen nun, dass Sally, der Vater, eine Schwester und Jason die Arbeit gemeinsam erledigen. Um 13:40 fuhren sie mit schlechter Laune und unterdrücktem Zorn auf Jason, los. Die Stimmung war schlecht und alles machte weniger Spaß!

Beispiel 2: Susan und Jenny
Susan wollte mit ihren drei Töchtern einkaufen gehen. Auch diese Mädchen mussten noch Dinge erledigen. Sie hatten genügend Zeit, ausgemacht war 13:00 Uhr. Eine Viertelstunde vor der Abfahrt stellte Susan fest, dass ihre mittlere Tochter nicht fertig war.„Ach du willst nicht mitkommen, dass ist aber schade, du wirst uns fehlen!“ Ihre Tochter Jenny jammerte, „dass ist nicht fair, das kannst du mir nicht antun!“Susan argumentierte, dass das sehr fair sei und es ihr echt Leid täte, dass sie sich für das Nichterledigen entschieden hatte. Und falls es am Abend noch nicht fertig sei, überlege sie sich eine Konsequenz… aber vielleicht sei das nicht mehr nötig! „bis dann“!Susan und ihre zwei Töchter hatten einen schönen Nachmittag!

In Beispiel 1 erlebte Jason eine psychologische und beziehungsstörende KonsequenzDSCI0103Diese wirkt wie eine Spirale !

  • Sally hatte negative Beziehungskonsequenzen benutzt und natürliche Konsequenzen verhindert. Durch das ständige Ermahnen musste Jason nicht selbst auf die Zeit achten.
  • Herumschreien und Zornausbrüche verlagerten das Problem auf  Sally. Sie hatte plötzlich ein Problem nicht Jason. Er konnte wohl denken: „Meine Mutter spinnt!“
  • Sally bzw. die Familie wurde zum Opfer: “Wir kommen alle zu spät“!
  • Falsche Emotionen wurden ausgelöst: Trotz anstatt Traurigkeit und Problem-Lösungsgedanken.
  • Das Schlimmste: Sein Fehlverhalten hat nichts gekostet, die Mutter war traurig was in den meisten Fällen keine  positiven Konsequenzen hervorbringt.

In Beispiel 2 erlebte Jenny eine natürliche, unmittelbare  Konsequenz.

  • Sie konnte selbst auf die Uhr schauen wenn sie wollte.Verschiedene 2010 Bilder 098Es gab keine emotionalen Ausbrüche, die vom eigentlichen Problem (Faulheit) ablenkten
  • Niemand nahm eine Opferrolle ein: Susan behielt das Ruder in der Hand und lies die Stimmung nicht von Jennys Verhalten beeinträchtigen.
  • Susan löste keine Gefühlsausbrüche bei Jenny aus, sie musste die natürlichen Konsequenzen einfach spüren und fand sich damit ab
  • Ihr Fehlverhalten kostete sie etwas, was ihr wirklich am Herzen lag. Ein zweites Mal wird ihr das eher weniger passieren.

Ziel dieser Regel sollte sein:

Die Konsequenzen sollten das Problem von den Eltern auf das Kind übertragen, weil es der eigentliche Auslöser ist. Das Kind sollte sich Gedanken über sein Problem machen und mit Hilfe der Eltern selbst nach Lösungen suchen.
Grundsatz: Keine emotionalen Strafen und Beschimpfungen, sondern echte Anteilnahme und Natürlichkeit.

 Wenn Sie vor einer schwierigen Situation stehen, denken Sie an folgende Fragen:

  1. Wessen Problem ist es?
  2. Was kann ich tun, damit mein Kind merkt, dass es sein Problem ist?
  3. Was tue ich, dass mein Kind von dieser Erfahrung der Selbsterkenntnis abhält?

Ich wünsche uns in der Problemsituation einen guten Blick für die verbalen Interaktionen und dass uns  diese oben gestellten Fragen rechtzeitig in den Sinn kommen. Dann sind wir weit davon entfernt uns das Problem selber zuzumuten, sondern wir sind lösungsorientiert unterwegs. Das bringt Entspannung und ein gutes Miteinander!

Eigentlich wollte ich mich kürzer fassen, aber diese Regel ist so fundamental, dass der Beitrag etwas länger ausfiel. Da es ja um Kommunikation geht, kann das Video unten auch noch eine Hilfe sein, um mit unseren Kindern gut zu kommunizieren und unnötige Teufelskreise erst garnicht zu bedienen!
Viel Erfolg beim Umsetzen!

Herzliche Grüße,
Dorothea

Wer alles ausführlich nachlesen möchte, demjenigen empfehle ich das Buch von Henry Cloud und John Townsend!

Liebevoll Grenzen setzen Tei 2

Grundlagen Teil 2

Vorbild sein:
Ihre Vorbildfunktion als Erwachsener ist immer gegeben, sobald sie in Sicht- oder Hörweite von Kindern sind. Kinder beobachten sehr genau, wie Sie in ihrer eigenen Welt mit Grenzen umgehen und ahmen Sie nach. In diesem Sinne werden Grenzen eher erfasst als gelehrt.Foto 4

Obwohl das Kind an den Eltern Regeln zu erfassen lernt, gelten für Erwachsene und Kinder nicht automatisch die gleichen Regeln. Es gilt der Grundsatz: Jedem das Seine, nicht allen das Gleiche.
Die Regeln betreffen die drei Bereiche Körper, Seele und Geist, die im Zusammenleben in einander greifen und eine Grundlage für jedes Handeln bilden.
Universelle Regeln sind für jedes Familienmitglied einzuhalten. Als Beispiel:
Niemand unterbricht denjenigen, der gerade das Wort hat!
Erwachsene empfinden ihre Botschaft oft wichtiger als die ihres Kindes und übergehen sein Erzählen. Hier hat das Kind nun die Möglichkeit, den Vater oder Mutter auch an die Regeln zu erinnern.
„Mama, jetzt hast du mich unterbrochen!“ und wenn seine Mutter dann zugeben kann:
Du hast Recht, entschuldige bitte“, dann lernt das Kind, dass Respekt, Entschuldigung und das Einhalten von Regeln und Grenzen zu den Dingen gehören, die Erwachsene tun.
Das Bedürfnis eines Kindes dazuzugehören, ist größer als sein Bedürfnis, gut zu sein!

Foto 2 (8)
Nicht jede Regel ist für ein Kind nachvollziehbar und gerecht. Wünschenswert ist in diesem Fall, dass das Kind die elterliche Autorität und Weitblick respektiert bis das kindliche Verständnis einsetzt.
Begreifen bedeutet dann verinnerlichen von Erfahrungswerten. Das theoretische, intellektuelle Wissen über eine Regel sagt noch lange nichts darüber aus, ob ein Kind sie auch wirklich verstanden hat. Erst wenn das Spiel gespielt wird, lernt man die Regeln praktisch anzuwenden!

Henry Cloud erzählt von seinen Söhnen, die als Fünf- und Siebenjährige den Umgang
mit Taschengeld erlernten. Die Mithilfe bei Hausarbeiten wurden mit kleinen Geldbeträgen belohnt. Beide Kinder gaben beim nächsten Einkauf gleich ihr Geld für ein billiges Plastikspielzeug aus. Die theoretischen Hinweise der Eltern, dies doch zu lassen, verhallten und wurden nicht angenommen. Der Moment zählte eben. Nun war ein beliebtes Comicbuch im Angebot, die Jungs wollten sich das Buch unbedingt kaufen.
Sie wollten nun schnell zusätzliche Arbeit leisten, Geld leihen und zurückzahlen. Auf alle Argumente und Tränen gingen die Eltern nicht ein. Sie trauerten mit den Jungs um die verpasste Gelegenheit und trösteten sie damit, dass bestimmt wieder ein passendes Angebot käme. Die Jungs nahmen sich vor, in Zukunft ihre Ersparnisse ganz lange im Sparschwein zu lassen!
Sie haben begriffen, welche „Regel“ nun einzuhalten war!

Bestimmt fallen Ihnen in den unterschiedlichsten Systemen wie Familie, Kindergarten oder Schule zahlreiche Begebenheiten ein, in denen nicht nur Lehren, sondern auch Vorbild sein in der Grenzerziehung seine Anwendung findet!
Wichtig dabei: Eine wohlwollende Haltung zum Kind auf dem gemeinsamen Weg und die Möglichkeit starre, unnütze Grenzen zu entlarven und neu zu gestalten !20140115_105519

Ausblick: Liebevoll Grenzen setzen, Teil 3- 6 : 10 Regeln, die ihre Kinder kennen müssen!

Sind Kinder grenzenlos?

Hallo zum neuen Newsletter „Liebevoll Grenzen setzen“ !

Teil 1: Grundlagen

„Wenn ein Kind in einer Umgebung aufwächst, in der es nie klar erkennen kann, wo    seine persönlichen Grenzen und Verantwortungsbereiche liegen, kann es nicht die Selbstkontrolle erlernen, die es braucht, um erfolgreich durchs Leben zu steuern. Ein  solcher Mensch versucht andere zu kontrollieren und hat selbst keine Kontrolle über sich!“ Henry Cloud
Also ansich eine Beschreibung eines normalen Kindes. Diese kleine Person hat sich selbst nicht unter Kontrolle, möchte aber jeden in seinem Umkreis kontrollieren.

Sie helfen ihrem Kind zu Eigenkontrolle und angehmem Erleben im persönlichen Umkreis, in dem sie die drei Wege beschreiten und anwenden: LEHREN, VORBILD SEIN und BEIM BEGREIFEN HELFEN. Mit diesen Strategien spürt das Kind, dass sie im Grunde auf seiner Seite sind, im Sinne eines Coaches. Es entwickelt sich in ihrem Kind eine tragfähige respektvolle Eltern-Kind-Beziehung  und beim Kind ein Verständnis für das Gelingen im täglichen Miteinander. Lehren (ohne die Vorsilbe „be“ wohlgemerkt), Vorbild sein und beim Begreifen helfen, sind wichtige Grundpfeiler und verhelfen vorallem zu einem gesunden Einfluß in der Grenz-und Regelbildung. Denn dieses Phänomen ist in jeder Reifungsphase ein immerwährendes Thema. Hat das Kind grundsätzlich Sinn und Zweck verstanden, kann das es ab einem gewissen Alter schon eigenverantwortlich seine eigenen Grenzen sinnvoll und gewinnbringend abstecken! Das wünsche ich unseren Kindern von ganzem Herzen.

Grenzüberschreitung kann gefählich werden! Klettern.. eine praktische Übung sich an Regeln zu halten ;-)

  1. Grundsätzlich gilt, dass Regeln und Grenzen in der Entwicklung des Kindes mobil mitwachsen.
    • 0-12 Monate : In dieser Zeit ist die enge Bindung zu den Eltern und die Vertrauensbildung im Vordergrund. Säugline können nicht viel Frustrationen tolerieren. Die Eltern konzentrieren sich auf den Schutz, die Nahrung und das Bedürfniss des Kindes nach Liebe und Trost. Reglementierung minimal!
    • 1-3 Jahre : Kinder lernen ein „Nein“ zu verstehen, denn die Eltern schützen vor gefährlichen Situationen> Lernen durch Erfahrung.
    • 3-5 Jahre : Jetzt versteht der Junge, das Mädchen den Sinn von Regeln immer besser. Es erfährt Verantwortlichkeit in seinem Bereich. Das Besprechen und Hinterfragen von Regeln vermittelt Respekt und Autorität im täglichen Umgang.
    • 6-11 Jahre : Die Einbindung in die Schule, Vereine, in die Freizeitgestaltung wird immer wichtiger. Nun geht es vermehrt um Zeiteinteilung, Hausaufgaben, verantwortungsvollen Umgang mit Geld, Medien und Trends. Die Wahl der Freunde und die Wertevermittlung stehen im Vordergrund. Eine gute Beziehungsgestaltung mit gegenseitigem Vertrauen erleichtern das familiäre Zusammenleben. Gemeinsame Interessen in Form von Projekten machen die Familienbande stark. Konnten solche Bahnen weniger gelegt werden, und hat eine Grenzüberschreitung stattgefunden , rät Henry Cloud beispielsweise, Hausarrest, Streichung von finanzieller Zuwendung und Verlust von Privilegien.
    • 12-18 Jahre : Die Teenagerzeit, eine Phase der Identitätsfindung > Sexualität u.v.m., die natürlich auf die Erfahrungen und Prägung der gesamten Lebenszeit zurückgreifen. Hier wird nicht alles neu erfunden und plötzlich geht alles schief, jedoch haben Peergroups,Trends und gesellschaftliche Einflüsse in  diesem Alter einen hohen Stellenwert! Ein gutes Fundament hilft jedoch, diese oft anstrengende Phase gut zu durchleben. Jetzt braucht der Jugendliche sie besonders in der Position des Ankers. Offene aggressionsfreie Gespräche, Liebesbeweise und Zuspruch und in vertrauensvollem Freiraum wären eine gute Basis fürs Zusammenleben. Ist eine solche Atmosphäre nicht möglich und werden Problemen mit Schule, Lehrern und Mitschülern eine tägliche Herausforderung, sind leider Sanktionen (z.B.Taschengeld Streichung) nötig. Enorm wichtig ist die klare Formulierung der Grenzüberschreitung und eine wohlwollende Haltung der Eltern.

    Bleibt die Frage ungeklärt, ob Kinder ohne Grenzen auf die Welt kommen? Falls ,Ja, helfen die nachfolgenden Ausführungen bestimmt weiter!!! Soweit mal für den Anfang diese Basics. Vorbild sein und Begreifen Helfen beschreibe ich in den nächsten Tagen!

Zum Schluss, eine kleine Überraschung für englisch sprechende Menschen unter uns. Henry Cloud und John Townsend, die Autore von „Liebevoll Grenzen setzen“, kommen selbst zu Wort! 15 Minuten live dabei! Viel Spaß und bis bald! Liebe Grüße Dorothea

 

Als Ergänzung empfehle ich das E-book
http://www.bambonia.de/thema/kindererziehung

Die Idee und Vision

Hallo liebe Interssierte Newsletterleser!th_062

Ich habe da etwas im Blick….Kinder!

Heilpädagogik online und mobil ist gedacht für pädagogische Fachkräfte in unterschiedlichen Institutionen, von der Kindertagestätte bis zur Schule. Genauso mit eingeschlossen sind interessierte Eltern, fitte und engagierte Großeltern etc.,alle die mit Kindern arbeiten, spielen und denen das WOHL DES KINDES wichtig ist.

Mein persönlicher Anspruch : Ich möchte Informationen weitergeben, die ich selber gut und wichtig finde; dazu gehören: Neues und Bewährtes aus der

BIO-PSYCHO-SOZIALEN Welt, also etwas für Body,Soul und Spirit mit Heilpädagogischem Ansatz. Wenn alle drei Bereiche ausgewogen „ernährt“ sind, geht’s uns gut!!PICNIC_013

Menschen sollen hier Anregung, Hilfsangebote und Antworten finden!  Sehr oft sind auch Veränderungen im Arbeitsstil, in der Haltung zum Kind ein Schlüssel zum Erfolg. Ich weiss von mir selbst, dass man schnell in der Routine landet und dadurch manches übersieht! Deshalb ist neutrale Reflexion von aussen z.B.über diesen Newsletter, ein guter Weg, den man prüfen, annehmen , umsetzen oder verwerfen kann. Dabei sind kleine Schritte wichtig, damit man nicht stolpert 😉

Dazu erlaube ich mir auch mal Lustiges zum Lachen zu bloggen 😉

Nicht zuletzt wünsche ich mir ein Geben und Nehmen. Gerne veröffentliche ich auch mal Ihr Potential, Ihre Entdeckung mit ihrem Namen, falls es in mein Konzept passt 😉

Die Idee, einen Newsletter in einem Blog herauszugeben und somit ein starkes Netzwek aufzubauen, entstand aus Beobachtungen aus meiner praktischen Arbeit. Aufgrund meiner selbstständigen Tätigkeit im Heilpädagogischen Fachdienst Balingen, durfte ich in viele Kindergärten hineinschauen. Leider war die Zeit viel zur kurz bei einem Termin. In den 45 Minuten musste ich mich dem Kind widmen! Es blieb wenig Zeit zum längeren Gespräch für die Bedürfnisse der Erzieherinnen und Eltern. Manches wurde kurz angesprochen, versandete wieder und geriet in Vergessenheit. Das ist eine ganz normale Situation, weil letztlich die kontinunierliche Verbundenheit fehlte und auch der zeitlich festgelegte Arbeitsalltag wie eine Walze wirken kann.
Somit habe ich den alten Trammpelpfad verlassen und investiere mich mit Begeisterung in diese Arbeit, weil ich weiss, dass es eine gute Sache wird. Der Bedarf  ist da! Ich entdecke dadurch so viele Menschen mit Potential, die es mit anderen teilen möchten.

Herzlich Willkommen auf meinem Newsletter von Heilpädgogik online und mobil! Lassen Sie uns gemeinsam ein tragfähiges Netzwerk bauen, um die Entdeckungsreise der Kinder zum selbstgewollten Lernen zu inspirieren!

In der Menüleiste finden Sie den Button “ Newsletter kostenfrei „. Hier können Sie den Newsletter anfordern!! Ich würde mich freuen, sie im meinem Adressbuch zu finden. Jeder kann für das Gelingen beitragen.

Fitte Grüße
Dorothea Wald